Bayreuth - Bayreuth, Bamberg, Las Vegas – das ist der Weg eines Gemäldes aus der Hand des Bamberger Malers Cleff III. (73). Er erinnert sich an seine Begegnungen mit dem Magier Siegfried, der nach seiner Krebserkrankung am Donnerstag verstorben ist. „Und ich will Danke sagen auf seiner letzten Reise.“ 1996 hatte er diesem sein Siegfried-Porträt in Las Vegas übergeben – und seitdem Kontakt gehalten.

Gleich vorweg: Das Siegfried-Bild in Öl, 100 mal 80 Zentimeter, hat gar nichts mit dem Magier Siegfried Fischbacher zu tun, der im Alter von 81 Jahren verstorben ist. Cleff III. war 1995 zu einer Ausstellung im Hotel Steigenberger in Bayreuth auf dem Festspielhügel eingeladen. „In meinem Repertoire war nichts zu Wagner“, sagt er im Gespräch mit dem Kurier. Also erinnerte er sich an seine Schulzeit und das, was er über den Helden Siegfried gelernt hatte: Der war stark, blond und in einer Ritterrüstung. „Habe meine Fantasie walten lassen.“

Etwas später fand das Gemälde seinen Weg in einen Ausstellungskatalog der Chemiefirma BASF, wo es auch ausgestellt war. Dieser Katalog, so erfuhr Cleff III. später, kam „irgendwie“ nach Las Vegas, wo die Zauberer Siegfried und Roy wohnten. Mit der Post im Sommer 1996 kam aus Las Vegas die Anfrage von deren Produktionsfirma, ob sie dieses Bild haben könnten. Es sollte ein Geburtstagsgeschenk für Siegfried werden. „Da war ich angenehm überrascht“, sagt Cleff III. Und er verkaufte es. „Der D-Mark-Betrag war vierstellig.“ Die Produktionsfirma lud den Bamberger Künstler nach Las Vegas ins Mirage ein, jenes Luxus-Hotel, in dem ihre Shows mit den Tigern stattfanden. Er löste es vom Rahmen, wickelte es ein und packte es in Amerika für Siegfried aus.

Nach der Show traf er Siegfried und Roy – wo auch ein Foto entstand. Danach wurde er nochmals zur Show eingeladen, danach sprachen der fränkische Maler und die weltberühmten Magier erneut miteinander. „Der kleine Franke war ganz gerührt“, sagt er heute, und er war beeindruckt von der Show und der Beleuchtung. Natürlich wollte Cleff III. wissen, warum der Magier ausgerechnet sein Siegfried-Porträt haben wollte. „Das hat für ihn als Magier etwas sehr Magisches ausgelöst, die Verfremdung mit den Linien. Das empfand er als etwas sehr Besonderes“, sagt der Maler. Beeindruckt habe ihn, dass der Künstler „mit beiden Füßen auf der Erde stand“ und „nichts Arrogantes“ an sich gehabt habe, er sei „einfach Mensch geblieben.“

Künstler und Magier blieben im Brief-Kontakt. Als Siegfried 80 Jahre alt wurde, ließ Cleff III. eine Postkarte mit dem Gemälde drucken und schickte 300 davon nach Las Vegas. Das Porträt hing in dem damals neuen Haus der Magier – und zwar in dessen Privatbereich. „Den wollte er nur für sich haben.“