Lukas Schelenz und sein Liverpool-Traum

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Defensivspezialist mit Ambitionen: Der Eckersdorfer Lukas Schelenz will bei RB Leipzig den Sprung in den Profi-Kader schaffen. Foto: RB Leipzig/ Motivio Foto: red

Profi-Fußballer ist zweifelsohne der Traumberuf vieler Nachwuchskicker. Nur ein verschwindend geringer Bruchteil all derer, die schon in jungen Jahren als Talent gehandelt werden, schaffen es dann aber wirklich an die Spitze. Ein Eckersdorfer hat die letzte Stufe vor dem Sprung ins Profi-Geschäft gerade erklommen. Lukas Schelenz, der im Ortsteil Schanz groß geworden ist und beim TSV Donndorf das erste Mal gegen den Ball getreten hat, hat es bis in die U19 bei RB Leipzig geschafft. Mit der in Kürze startenden Saison geht es für ihn in die heiße Phase – Profi-Fußballer oder zurück in das Leben eines normalen Jugendlichen.

Am Samstag stattet der 17-Jährige mit den „Jungbullen“ seiner Heimat einen Besuch ab. Auf dem Sportplatz in Neudrossenfeld absolviert er um 14 Uhr mit seinem Team ein Vorbereitungsspiel gegen den Regionalligisten SpVgg Bayern Hof. Die Hofer sprangen ein, nachdem der vorgesehene Testspielgegner der Leipziger, die U 19 des FC Bayern München, kurzfristig abgesagt hatte.
Im Kurier-Gespräch gewährt Lukas Schelenz Einblicke in seinen Alltag und verrät auch, dass sein ehemaliger Jugendtrainer ganz entscheidenden Anteil an seinem Werdegang hat. Und dann ist da noch sein ganz großer Traum…

Ein ganz normaler Tag bei Dir – wie sieht er aus?

Lukas Schelenz: Wenn ich es schaffe, stehe ich so um 6.30 Uhr auf – Anziehen, kurz Frühstücken. Mein Bus fährt dann um 7.04 Uhr. Die Schule dauert in der Regel bis 15 oder 16 Uhr, danach ist Training. Ausnahmen sind Dienstag und Donnerstag. Da haben wir sehr früh, also vor der Schule, schon eine Einheit.

Was ist das für eine Schule, werden Fußballer dort besonders gefördert?

Schelenz: Eigentlich ist es eine ganz normale Privatschule. Aber dank der Kooperation zwischen Schule und Verein wird auf uns Fußballer schon besonders Rücksicht genommen. Gegebenenfalls bekommen wir Nachhilfe und werden auch sonst sehr gut unterstützt.

Du bist ja schon als 15-Jähriger nach Leipzig gegangen. War sicherlich keine einfache Situation damals, als Jugendlicher ganz alleine auf sich gestellt zu sein?

Schelenz: Ich habe mich schnell daran gewöhnt. Sehr geholfen hat mir dabei meine Betreuerin Sabine Schiefer. Aber auch die Jungs und die Trainer haben mich super aufgenommen, das hat mir vieles leichter gemacht. Und so hat sich auch mein Heimweh arg in Grenzen gehalten.

Wie eng ist hier in Leipzig der Kontakt zur ersten Mannschaft, wie nah seid Ihr dran an den Profis?

Schelenz: Sehr nah, wir essen in einem großen Essensraum und begegnen uns ständig. Das wird sehr locker gehalten, das ist angenehm.

Wann weißt Du, ob sich Dein Profi-Traum erfüllen wird?

Schelenz: Ich würde schon sagen, dass ich jetzt in einer entscheidenden Phase bin. Schaffe ich es, mich als junger Jahrgang in der U 19 durchzusetzen, sprich einen Stammplatz zu ergattern, dürfte ich mir voraussichtlich gute Chancen auf einen Profivertrag ausrechnen. Ich bin optimistisch. Momentan läuft es wirklich ganz gut.

Wo liegen Deine fußballerischen Stärken, wo gibt es noch Luft nach oben?

Schelenz: Ich habe einen starken linken Fuß, eine gute Übersicht und bin sehr ballsicher. Ausbaufähig ist sicherlich mein schwächerer rechter Fuß. Hin und wieder könnte ich auch etwas abgezockter sein.

Was passiert, wenn Du es nicht schaffen solltest?

Schelenz: So richtig beschäftigen möchte ich mich damit noch nicht, derzeit bin ich voll fokussiert. Aber ich mache jetzt, da ich meine Mittlere Reife in der Tasche habe, noch mein Fachabi.

Das Image von RB Leipzig ist in Fankreisen nicht das beste, der Verein ist als Retortenclub verschrien und ständigen Anfeindungen andere Anhänger ausgesetzt, bekommt Ihr das auch zu spüren?

Schelenz: Nur selten, bei den Duellen gegen die Ostvereine, tritt diese Antipathie noch ganz entfernt zutage. Uns Spieler interessiert auch nur das, was auf dem Platz passiert, den Rest bekommt man so gut wie gar nicht mit. Das ganze Thema ist schon deutlich zurückgegangen und ist viel sachlicher geworden.

Du darfst Dir als Profi irgendwann einmal einen Verein aussuchen – welcher wäre es?

Schelenz: Ich denke, wenn der FC Liverpool anfragen würde, wäre ich schwer in Leipzig zu halten. Besonders jetzt, wo Jürgen Klopp als Trainer da ist. Liverpool – das wäre wirklich mein absoluter Traum.

Du hast beim TSV Donndorf begonnen, welchen Anteil hat dein erster Trainer an deinem Werdegang?

Schelenz: Mein erster Coach war Klaus Dörfler. Und ganz ehrlich – er hat riesigen Anteil daran. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass ich den Spaß am Fußball überhaupt entdeckt habe. Denn eigentlich wollte ich nie so richtig. Mein Vater hat mich damals einfach mal hingebracht. Aber nicht nur der Klaus, auch meine Trainer danach – Ralf Hofmann oder Detlef Stricker – alle haben mich extrem weitergebracht.

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