LSG trotzt dem Wetter Bayreuther Segler behaupten die Führung

Alexander Müller, der bereits bei der Deutschen Meisterschaft in Stendal weilte, steuerte in der zwölften Bundesliga-Runde mit 100,2 km/h den zweitbesten Bayreuther Flug bei. Foto: Daniel Große Verspohl

SEGELFLIEGEN. Erst spät am zweiten Wettkampftag hat das Wetter den Piloten der LSG Bayreuth in der zwölften Bundesliga-Runde eine annehmbare Leistung ermöglicht. Als Neunter konnten sie die Führung ebenso verteidigen wie den zweiten Rang in der Weltliga, büßten in der Bundesliga aber acht Punkte ihres Vorsprungs auf den siegreichen LSV Burgdorf ein.

Bei Starkwind wagten am ersten Tag nur Heiko Hertrich und Patrick Wölfel mit Andreas Baier im Doppelsitzer einen Start. Musste das Doppelsitzerteam nach dem Windenstart lange kämpfen, um überhaupt oben bleiben zu können, so gelang Hertrich sofort ein problemloser Aufstieg in große Höhen. Beim Weiterflug über Naila erreichte er mit 3000 Metern sogar die erlaubte Obergrenze für Segelflug in Deutschland. Die langsamen Flüge der beiden Bayreuther und die fehlende dritte Wertung brachten allerdings keine gute Halbzeitwertung für die LSG.

Umso klarer war, dass der zweite Tag entscheiden würde. In Norddeutschland bei den unmittelbaren Konkurrenten Rinteln und Burgdorf versprachen die Vorhersagen gute Flüge, während die Bayreuther warten mussten. Fünf Piloten fanden sich auf dem Flugplatz ein, um zu retten, was noch zu retten war. Doch die Wettervorhersage hielt wieder einmal nicht, was sie versprach. Viel zu langsam zog die Wolkenfront von Nord nach Süd über Franken hinweg. Erst gegen 15 Uhr öffnete sich der Himmel und ließ Sonneneinstrahlung zu. Schnell hintereinander starteten Friedhelm Lotte, Sebastian Baier, Farshad Nowrouz, Wolfgang Clas und Susanne Weisheit-Hertrich mit ihrem Mann Heiko im großen Doppelsitzer. Alexander Müller, zum Trainingstag der Deutschen Meisterschaften in Stendal, war fernab der Heimat auch mit von der Partie.

Schöne Wolkenstraße gen Westen

Alle in Bayreuth Gestarteten ließen sich von einer schönen Wolkenstraße direkt nach Westen leiten. Doch nur Clas trotzte der Aufwindlücke bei Bamberg und setzte den Westkurs bis in die Rhön fort. Das Hertrich-Team änderte sogleich den Kurs und wollte die sichtbar höheren Wolken über dem Thüringer Wald ausprobieren. Nach kleineren Schwierigkeiten beim Einstieg in die ersten Anhöhen bei Suhl gelang ein schneller Flug (103,7 km/h) in einem Aufwindband zwischen Suhl und Kronach. Die Nachricht an die Teamkameraden kam aber zu spät.

Wie gut die Thüringer Linie beflogen werden konnte, zeigte der Lichtenfelser Jan Kretschmar, der mit 140,3 km/h die weitaus beste Leistung erzielte. Weil Müller seinen Trainingsflug mit 100,2 km/h abschloss, reichte die Summe der drei besten Bayreuther Flüge von 293,7 km/h (Baier 89,8) als bester Südverein für Rundenplatz neun (zwölf Punkte). Die Rundensieger kamen wie erwartet aus Norddeutschland, wo das gute Wetter wesentlich früher Einzug hielt. Weil der Tabellenzweite aus Burgdorf mit 334,2 km/h gewann, verkürzte sich der Vorsprung der LSG von 19 auf elf Zähler.

Das nun schon die sechste Woche in Folge hervorragende Wetter über den Rocky Mountains nutzten wieder drei US-amerikanische Mannschaften zu den ersten drei Plätzen in der World League. Obwohl die LSG nur auf Rundenplatz 17 kam, reichten die dafür kassierten 24 Punkte aus, um Rang zwei zu halten. Der Abstand zu Rundensieger Moriarty Soaring ist aber auf 24 Zähler angewachsen.

Bundesliga (nach Runde 12 von 19): 1. LSG Bayreuth 172 Punkte, 2. LSV Burgdorf 161, 3. LSV Rinteln 152, 4. LSR Aalen 147, 5. LSV Gifhorn 122, 6. FK Brandenburg 120, 7. SFG Steinwald 118, 8. SFG Stadtlohn 114, 9. SFZ Königsdorf 105, 10. AC Nastätten 105.

World League (1000 Vereine): 1. Moriarty Soaring 305, 2. LSG Bayreuth 281, 3. LSV Burgdorf 256, 4. LSV Rinteln 242, 5. Minden Soaring Club 240, 6. Soaring Society of Boulder 219, 7. FK Brandenburg 198, 8. SFZ Königsdorf 187, 9. SFG Stadtlohn 184, 10. LSR Aalen 181.

 

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