Kulmbacher Bierwoche Endlich wieder Bierfestzeit!

Melitta Burger

Die Stimmung war Spitze, als mit dem traditionellen Büttnertanz die 71. Kulmbacher Bierwoche eröffnet wurde. OB Ingo Lehmann brauchte im Stadel einen Schlag, dann floss das Festbier zur Freude aller.  Lesen Sie dazu auch: So war der Sonntag im Stadel: Ungewohnte Töne und immer wieder Layla >>>

Jetzt geht’s los: Die Bierwoche hat begonnen. Zahlreiche Menschen feierten am Samstag  bei der Eröffnung auf dem Marktplatz und im Stadel mit. Die Stimmung war gewaltig, der Stadel und das gesamte Umfeld bereits am ersten Abend proppenvoll. Die Kulmbacher verstehen es, ihre fünfte Jahreszeit zu zelebrieren. Das zieht nun schon seit Jahrzehnten auch Tausende Besucher aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland an. Nun ist die Bierwoche auch noch aus höchstem Mund ganz offiziell geadelt. „Oberfranken ist Champions League in Sachen Brauereien, das Kulmbacher Bierfest das größte bedeutendste Bierfest in ganz Bayern“, sagte Ministerpräsident Markus Söder auf der Rathaustreppe.  Dafür waren Söder in Kulmbach Sympathiepunkte und ein spontaner Applaus sicher.

Wo Söder sprechen würde, das wurde mit Spannung erwartet. Doch mit der Tradition, dass außerdem  Brauerei-Vorstand  und dem jeweiligen Stadtoberhaupt beim Anstich keiner spricht, wurde nicht gebrochen. So erhielt der Ministerpräsident auf dem Marktplatz seine Bühne und wusste sie nutzen.  Mit gutem und reinem Gewissen feiere man jetzt Bierfest. Wagnerianer zu werden, sagte Söder mit Blick auf seinen Besuch bei den Festspielen in Bayreuth in der vergangenen Woche, daran arbeite er noch. Ein Fan der Kulmbacher Bierwoche sei er jetzt schon. Söder erhielt mehrfach Beifall.

Zwei Jahre musste die Kulmbacher Bierwoche pausieren. Jetzt ist es endlich wieder so weit. Mit viel Prominenz auf der Rathaustreppe und noch mehr Freunden des Kulmbacher Bieres im Stadel auf dem EKU-Platz wird jetzt bis einschließlich kommenden Sonntag in Kulmbach gefeiert. Neben Söder war auch Bauminister Christian Bernreiter da. Sogar der deutsche Botschafter der Mongolei, Birvaa Mandakhbileg, Gast der Universität Bayreuth, war dabei. Natürlich fehlten Landrat Klaus Peter Söllner und seine Kollegen aus den Nachbarkreisen ebenso wenig wie zahlreiche Abgeordnete aus und Land. Gemeinsam begrüßten sie Vorstand Markus Stodden mit der Abordnung der Kulmbacher Brauerei und zogen später gemeinsam in den Stadel ein.

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OB Ingo Lehmann begrüßte am Samstagmorgen die Gäste auf dem Marktplatz und sprach von einem Fest, das für Kulmbach sehr wichtig ist. Erstmals in seiner Amtszeit das erste Fass anzustechen, das sei für ihn eine große Ehre. Lehmann begrüßte auch Bauminister Christian Bernreiter und den Botschafter der Mongolei sowie zahlreiche Abgeordnete aus Land und Bund und natürlich auch Landrat Klaus Peter Söllner, ebenso wie die Landräte aus den Nachbarkreisen. Gesäumt wurde der Auftakt auf der Rathaustreppe traditionell von Hunderten Zuschauern. Sie warteten unter anderem gespannt auf den Büttnertanz, der einmal mehr faszinierte. Die Stadtkapelle unter Leitung von Thomas Besand wusste auf dem Marktplatz ebenso zu begeistern wie später für die ersten Stunden im Stadel.

Oberbürgermeister Ingo Lehmann machte dem Rätselraten vieler vor dem Fest ein Ende: „Natürlich ham sich viele g’fragt, ob sich der neue OB an ein Bierfestgedicht wagt. Doch ihr hört es schon am Rein: Ein Gedicht zum Anstich, das muss sein.“  Eine kleine Spitze konnte sich der „rote“ Lehmann gegenüber dem „schwarzen“ Söder auch nicht verkneifen: „Die ganzen Baustell’n bei der Anfahrt war’n für Sie sicher a Qual, doch was will man machen, nächst’s Jahr ist Wahl. Aber Spaß beiseite, es ist spektakulär, dass Sie heute da sind, das freut uns sehr.“ Die Bierwoche verbindet, das machte  Ingo Lehmann deutlich: „Beim Feiern wird niemand ausgenommen, alle sind heut nach Kulmbach gekommen: Egal wer wen liebt und wer an was glaubt, egal wer woher kommt und wer wie ausschaut, das Plakat zum Bierfest, das hat’s schon gezeicht: Beim Beim Bierfest in Kulmbach sind alle gleich.“ Gleiches Recht, das gilt in Kulmbach auch für den umstrittenen Song „Layla“. „Die ganze Diskussion ist wirklich a Witz“, kommentierte Ingo Lehmann und wurde dafür gefeiert.

Der Anstich war für Lehmann eine Premiere. „Seit zwei Jahr’n durft’ ich net ran, doch heute is’ des Fässla dran. Gleich stech ich an, frei von der Leber und ich hoff amoll, es geht nix daneber.“ Darum musste sich keiner Sorgen machen. Lehmann ist am Fass ein Profi. Ein Schlag, und das Bier floss.

Während zur Eröffnung der Stadel zwar voll, aber nicht übervoll gewesen ist, sollte sich das am Abend ändern. In den Gängen war kaum mehr ein Durchkommen, die „Fetzentaler“ aus Österreich brachten das Zelt zum Brodeln. Tausende standen auf den Bänken, die Arme und die Krüge hoch. „Layla“ wurde gleich mehrfach gespielt, und alle sangen mit und sogar noch weiter, als die Kapelle schon aufgehört hatte. 

„Layla“ ertönte vereinzelt dann später auch noch in der Oberen Stadt. Dort haben, als der Stadel schloss, noch mehr als 1000 Menschen bis in die frühen Morgenstunden weitergefeiert und dabei auch immer wieder die Kulmbacher Polizei auf den Plan gerufen, die wie üblich während der gesamten neun Festtage von  Kräften der Bereitschaftspolizei unterstützt wird. - - - Lesen Sie dazu: Das erste Wochenende aus Sicht der Kulmbacher Polizei: Ein gebrochener Arm sowie ein Quartett in der Arrestzelle am Samstag >>> UND ein gebissener Security-Mitarbeiter am Sonntag sowie ein betrunkener Himmelkroner, der den weiten Weg nach Hause zu Fuß antritt - über die Bundesstraße >>>

 

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