Liveticker Von überall her zur Landwirte-Demo

BINDLACH. Aus allen Himmelsrichtungen rollen Landwirte mit ihren Traktoren in Bindlach an. Um 11 Uhr startete der große Demonstrationszug durch Bayreuth über den Nordring in Richtung Adolf-Wächter-Straße.

++Update 15.28 Uhr+++

Der Polizeibericht: 

Demonstrationszug von Landwirten in Bayreuth

BAYREUTH. Mehr als 1000 Landwirte versammelten sich am Dienstag mit ihren landwirtschaftlichen Zugfahrzeugen in Bayreuth zu einer angemeldeten Demonstration. Im gesamten Stadtgebiet kam es aufgrund der kilometerlangen Kolonne von Traktoren zu Verkehrsbeeinträchtigungen.

Bereits in den frühen Morgenstunden machten sich Landwirte aus ganz Oberfranken und der benachbarten Oberpfalz auf den Weg Richtung Bayreuth und sammelten sich zunächst nahe Bindlach. Von dort starteten sie gegen 11 Uhr mit ihren Traktoren zu einem etwa zwölf Kilometer langen Aufzug quer durch das Bayreuther Stadtgebiet bis zur Viehversteigerungshalle in der Adolf-Wächter-Straße, wo im Anschluss eine Abschlusskundgebung stattfand.

Unter Federführung der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt und mit Unterstützung durch die Bayerische Bereitschaftspolizei sperrten zahlreiche oberfränkische Polizeibeamte die rund 40 Kreuzungen und Einmündungen entlang der Aufzugsstrecke im Stadtgebiet und regelten den Verkehr. Nachdem die Bevölkerung bereits im Vorfeld über die Medienberichterstattung auf die anstehenden Behinderungen und Sperrungen des Straßenverkehrs hingewiesen wurde, mieden viele Autofahrer das Stadtgebiet oder umfuhren die Aufzugsstrecke weiträumig. Dennoch ließen sich insbesondere an neuralgischen Verkehrspunkten Stauungen nicht vermeiden, bis der letzte Traktor des Aufzuges wenige Minuten vor 14 Uhr am Schlusskundgebungsort eintraf. Kurz nach 13 Uhr konnten die Polizeibeamten die ersten Straßensperren entlang der Aufzugsstrecke sukzessive wieder aufheben. Insgesamt beteiligten sich über 1.000 landwirtschaftliche Zugfahrzeuge an dem Demozug durch das Stadtgebiet.

An der Abschlussveranstaltung in der Adolf-Wächter-Straße, die gegen 14 Uhr begann, fanden sich etwa 1200 Teilnehmer ein. Die Kundgebung endete gegen 15 Uhr ohne sicherheitsrelevante Vorfälle, bevor sich die Landwirte mit ihren Fahrzeugen im regulären Straßenverkehr wieder auf den Heimweg machten.

+++Update 14.18 Uhr+++

Gegen 14 Uhr, drei Stunden nach dem Start, hat der letzte Traktor das Gelände an der Tierzuchtklause erreicht, sagt der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, Alexander Czech, auf Anfrage unserer Zeitung. Und er nennt auch eine vorläufige Zahl: Die Polizei gehe davon aus, dass rund 1000 Traktoren zu der Kundgebung der der Demonstration der Bewegung Land schafft Verbindung gekommen seien. „Wir sind aber noch in der Abstimmung wegen der Zahl“, sagt Czech.

Die Verkehrsbehinderungen hätten sich trotz des langen Demonstrationszuges in Grenzen gehalten, „weil weniger Verkehr als üblich unterwegs war“, sagt Czech. Offensichtlich hätten sich die Autofahrer an der umfangreichen Vorberichterstattung orientiert und tatsächlich unnötige Fahrten vermieden. „Spannend wird es noch einmal, wenn die Teilnehmer nach der Kundgebung abreisen. Da dürfte noch einmal Geduld bei den Autofahrern gefragt sein“, sagt Czech. -wah

 

+++Update 14:03 Uhr+++

Die Stadtwerke nehmen den normalen Bus-Verkehr wieder auf. Wie der Pressesprecher der Stadtwerke, Jan Koch um 14 Uhr mitteilt, versuche man jetzt, den Fahrplan wieder aufzunehmen. „Was man natürlich sehen muss: Wie es wird, wenn die Traktoren wieder nach Hause fahren“; sagt Koch. -wah

+++Update 13.10+++

Gerade eben (!) ist der letzte Trecker in Eckershof losgefahren.

 

+++Update 12.45 Uhr+++

Stadt: Ursprünglich geplante Route wurde abgelehnt

In den Tagen vor der Traktor-Demo liefen in der Verwaltung der Stadt Bayreuth die Drähte heiß. Es habe intensive Abstimmungsergebnisse mit dem Veranstalter und der Polizei gegeben, teilt Stadt-Pressesprecher Joachim Oppold auf Kurier-Anfrage mit. Ergebnis dieser Gespräche sei unter anderem gewesen, dass der Korso nicht auf der ursprünglich vom Veranstalter gewünschten Route verläuft, die die Innenstadt noch stärker tangiert hätte. „Sie wurde zugunsten der jetzt gewählten Strecke fallengelassen“, sagt Oppold. Außerdem sei der neun Seiten starke Genehmigungsbescheid der Stadt mit einer Fülle von Auflagen und Pflichten in Sachen Unfallverhütung sowie sonstigen Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Sicherheit versehen worden.

Grundsätzlich aber sei die „Traktor-Demonstration von Landwirten aus Oberfranken und der Oberpfalz bei der Stadt Bayreuth ordnungsgemäß angemeldet und mit Bescheid vom 17. Oktober  genehmigt“ worden. „Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts setzt einem etwaigen Verbot sehr enge Grenzen. Das Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung.“ Die Versammlung sei grundsätzlich erlaubt, trotz aller Einschränkungen der öffentlichen Ordnung. –asch-

+++Update 12.42 Uhr+++

Die ersten Traktoren sind am Ziel Tierzuchtklause angekommen. Und die letzten stehen immer noch in Eckershof und warten ...

Update (11:55 Uhr): Die Traktoren rollen durch Bayreuth und viele Schaulustige beobachten den Zug. Unsere Reporter melden, dass der Demonstrationsweg aktuell durch die Meistersingerstraße führt.

Update (10.55 Uhr): Die großen Gefährte sorgen für einen Großkampftag der Polizei: „Wir müssen um die 40 Kreuzungen und Einmündungen besetzen“, sagt Alexander Czech, Pressesprecher am Polizeipräsidium Oberfranken. Zusätzlich werden Beamte bereits bei der Aufstellung in Eckershof bei Bindlach und auch bei der Schlusskundgebung an der Tierzuchtklause in Bayreuth dabei sein. Deshalb erhalten die Bayreuther Beamten für den Tag der Traktor-Demo Unterstützung aus benachbarten Dienststellen und von der Bereitschaftspolizei. Die genaue Anzahl an Einsatzkräften nennt Czech nicht. „Wir sind in ausreichender Stärke unterwegs“, sagt er.

 

Unser Reporter vor Ort berichtet, dass vereinzelte Umstehende die Bauern als "Umweltverschmutzer" beschimpfen.

Das große Ziel des Einsatzes: „Die Demonstration soll reibungslos und so schnell wie möglich über die Bühne gehen“, sagt Czech. Er betont, dass die Landwirte Anspruch auf die Versammlungsfreiheit haben. An was sie sich genau halten müssen, regelt ein Auflagenbescheid der Stadt Bayreuth. „Das Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut in der Bundesrepublik“, sagt Stadt-Pressesprecher Joachim Oppold. „Die Demo wurde angemeldet und von uns mit Auflagen verbunden.“

„Im Moment haben wir noch starken Zulauf rund um Bayreuth“, sagte Polizeisprecher Czech wenige Minuten vor 11 Uhr, dem geplanten Startzeitpunkt. Es werden wohl mehr als die anvisierten 500 Traktoren sein, die nach Bayreuth kommen. „Wir rechnen zwischen 500 und 1000“, sagt Czech nach den Erkenntnissen des Vormittags.

Denn die Polizei sei den Tag über bereits hellhörig gewesen, habe beobachtet, was auf den Straßen in Richtung Bayreuth los war. Bei ihrer An- und Abreise, so Czech, hätten sich die Traktorfahrer streng an die Straßenverkehrsordnung zu halten. Die Demo beginne in Eckershof und ende in Bayreuth. (asch)

 

Treffpunkt Eckershof bei Bindlach

Durch den Bayreuther Nebel rollen sie: Traktor um Traktor sucht sich den Weg durch die Stadt nach Eckershof bei Bindlach. Dort ist ihr Treffpunkt.

Die beiden Wege, die die Polizei zur Aufstellung der Traktor-Parade vorgegeben hat, sind schon voll, wie Max Küspert von der Bayreuther Polizei sagt, der den Konvoi als Vorausfahrzeug begleiten wird - klimaneutral, mit dem Elektro-Fahrzeug der Polizei.

Kommen mehr als 500?

Die Landwirte selbst gehen davon aus, dass die Zahl von 500 Traktoren, von der man ausgegangen ist, übertroffen wird: "Allein aus der Oberpfalz kommen ja ein paar hundert", sagt einer der Teilnehmer vor Ort im Gespräch mit unserer Zeitung.

Zug startet um 11 Uhr

Um 11 Uhr startet der Zug von Bindlach aus über die zwölf Kilometer lange Strecke quer durch Bayreuth zur Tierzuchtklause. Dabei wird mit massiven Verkehrsbehinderungen zu rechnen sein, die Polizei regelt den Verkehr an sämtlichen Kreuzungen und Einfahrten. Massive Probleme sind auch im Schulbusverkehr in manchen Stadtteilen zu erwarten. Schon seit den frühen Morgenstunden waren viele Traktoren auf den Straßen rund um Bayreuth zu sehen, allein aus dem Raum Hollfeld machten sich mehr als 50 Bauern über die B 22 auf den Weg.

Nach und nach wird die Polizei die Kreuzungen und Einmündungen auf dem Weg des Zuges sperren. Die Kundgebung an der Tierzuchtklause beginnt um 13 Uhr.

Demonstranten

Einer der Demonstranten ist Elias Lindner aus Schönfed. Er sagt: "Wir haben etwa 80 Kühe mit Aufzucht und eine Biogasanlage. Mit der Demo wollen wir der Menscheit und Politik sagen, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Es geht um die Zukunft der Landwirtschaft und so, wie jetzt, kann es nicht mehr weitergehen. Die Leute sollen einfach sehen, dass es uns auch noch gibt."

 

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