Liebesentzug beim "Liebesverbot": Pianist bekommt Ärger mit der Security Wagner-Interpret Mickisch von Polizei abgeführt

Klavierabend mit Stefan Mickisch im Evangelisches Gemeindehaus BayreuthEs wurden Werke von Beethoven gespielt.Fotograf Peter Kolb Foto: red

Der bekannte Pianist und Wagner-Interpret Stefan Mickisch hat sich am Donnerstagabend bei der zweiten Aufführung des Wagner-Frühwerks „Liebesverbot" in der Oberfrankenhalle Ärger eingehandelt. Mickisch legte sich mit der Security an, die seine Eintrittskarte sehen wollte. Die Situation eskalierte, in der Pause zwischen dem 1. und dem 2. Akt wurde er von Polizisten abgeführt.

Ein Polizeisprecher bestätigte auf Anfrage einen Vorfall um einen Herrn, der nach ersten Ermittlungen keine Eintrittkarte gehabt habe und dennoch Anspruch auf Eintritt erhob. Als ein junger Sicherheitsmann die Eintrittskarte zu sehen verlangte, habe es eine Rangelei gegeben. Derzeit ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs und wegen eines Köperverletzungsdeliktes. Die Frage ist: Handelt es sich um ein vollendetes oder um ein versuchtes Körperverletzungsdelikt?

Petra Trubel von der Firma BF Medien, der Veranstalterin der Wagner-Frühoper-Aufführungen, berichtete am Freitagabend auf Anfrage, was sie zuvor von den beteiligten Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes erfahren hatte: Demzufolge soll Mickisch, der seit Ende der 90er Jahre in der Festspielzeit die Richard-Wagner-Einführungsvorträge hält, versucht haben, sich ohne Eintrittskarte Zutritt in die Oberfrankenhalle zu verschaffen. Einer der Sicherheitsleute habe die Eintrittskarte sehen wollen, was Mickisch verweigert haben soll. Ohne Vorwarnung soll Mickisch versucht haben, dem Sicherheitsmann eine Backpfeife zu verpassen. Der Chef des Sicherheitsdienstes sei daraufhin eingeschritten. Laut Petra Trubel erlebte Stefan Mickisch den 1. Akt des „Liebesverbots" noch mit. Zwischenzeitlich zog der Sicherheitsdienst die Polizei hinzu – Polizisten und Sicherheitsleute brachten Mickisch in der Pause nach draußen. Dort erhielt Mickisch nach der Aufnahme des Sachverhalts und der Personalien von der Polizei einen „Platzverweis", wie es der Polizeisprecher erklärte.

Die Intendantin der Bayreutherfestspiele, Katharina Wagner, erklärte auf Anfrage: „Ich habe den Vorfall selbst nicht miterlebt und nur davon gehört. Ich kann mir nicht erklären, was dahinter steckt. Ich kenne Stefan Mickisch seit langem und mag ihn sehr. Es gibt zwischen uns eigentlich gar keine Animositäten. Er hätte ohne Probleme eine Eintrittskarte oder eine Akkreditierung bekommen können, wenn er vorher gefragt hätte."Mickisch, der seine Einführungsvorträge zunächst für den Richard-Wagner-Verband gehalten hatte und nun den Fans Wagner auf eigene Rechnung nahe bringt, war am Freitag bis spät abends nicht für eine Stellungsnahme zu erreichen.

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