Leukämiekranker Junge (2) wird am Donnerstag am Knochenmark punktiert Emil geht es besser

Von Katharina Wojczenko

Knapp vier Wochen nach der Knochenmarkstransplantation ist der Zustand des leukämiekranken Emil (2) stabil. Ob sein Körper die gespendeten Stammzellen angenommen hat, wissen die Ärzte erst nächste Woche, sagt Emils Mutter Hafize Koszior. Aber auch der Leiter die Kinderonkologie des Uniklinikums Erlangen, Prof. Markus Metzler, ist optimistisch.

Als dieses Foto im Juni aufgenommen wurde, wäre Emil seiner Mutter vor lauter Herumalbern in der Kinderklinik Erlangen fast vom Arm gesprungen. Der leukämiekranke Junge (2) hat Mitte August eine Knochenmarkstransplantation erhalten. Leukämie ist eine "komische Krankheit", sagt seine Mutter Hafize Koszior. In einem Moment ist ihr Sohn voller Energie, im nächsten schlapp. Archivfoto: Katharina Wojczenko Foto: red

„Wir freuen uns, dass es Emil wieder besser geht", sagt Metzler. "Der Patient hat einen sehr erfreulichen Verlauf seit der Transplantation." Die Blutwerte zeigten nach knapp vier Wochen eine gute Transplantatfunktion. Am Donnerstag findet die erste Knochenmarkpunktion nach der Transplantation statt. "Danach können wir das Gelingen der Transplantation noch besser beurteilen." Genaueres könne er nächste Woche sagen.

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Emils Mutter Hafize Koszior ist ebenfalls vorsichtig. "Emil ist momentan stabil." Aber das könne sich bei dieser Krankheit kurzfristig ändern. "Wir müssen warten." Emil schläft weiterhin alleine auf der Isolierstation und muss Medikamente nehmen. Seine Mutter verbringt so viel Zeit wie möglich mit ihm. "Es ist für mich schwierig, mein Kind allein zu lassen." Sie brauche ihre ganze Kraft für Emil. Koszior klingt erschöpft.

Emil wachsen die ersten Haare nach

Nach Wochen im Krankenhaus fuhr sie am Mittwoch zum ersten Mal wieder heim nach Bayreuth. Sie ist heiser und hat Halsschmerzen. Sie will deshalb zum Arzt gehen. "Ich muss sicher sein, dass ich Emil nicht anstecke." Erst wenn der Arzt Entwarnung gibt, wird sie sich ihrem Sohn nähern. Denn das Immunsystem des Jungen ist geschwächt. Wegen der Chemotherapien sind ihm die Haare ausgefallen. Doch langsam wachsen die ersten ganz zart nach, sagt seine Mutter. Hellbraun.

Dass er seit Wochen im Krankenhaus ist, "hält er noch gut aus", sagt Koszior. "Er weiß, er darf erst raus, wenn er gesund ist." Am 20. August hatte Emil die Knochenmarkspende eines Mannes aus Arizona bekommen. Der Elternbeirat des Bayreuther Kindergartens Grashüpfer, den Emil besucht, hatte im Juni eine Typisierungsaktion organisiert. 2257 Menschen ließen sich in der Turnhalle der Graserschule für Emil ein bisschen Blut abzapfen. Ein Spender für den Jungen war zwar nicht darunter. Mindestens einer konnte aber schon helfen: Der Student Flavio Vogel aus Neudrossenfeld hat Anfang September für einen unbekannten Kranken Knochenmark gespendet.

Einen Spender zu finden, ist ein Riesenglück

Wie bei Emil ein Glücksfall: Alle 16. Minuten erhält ein Patient die Diagnose Blutkrebs. Nur ein Drittel findet innerhalb der Familie einen geeigneten Spender. Jeder fünfte Blutkrebspatient sucht vergeblich. Die Wahrscheinlichkeit einen passenden Spender zu finden liegt laut der Deutschen Knochenmarkspenderdatei zwischen 1:20.000 und bis 1:mehreren Millionen. So kann es passieren, dass sich selbst unter Millionen Spenden keine geeignete findet.

Hier können Sie Emils Geschichte nachvollziehen: