Leistungsschau mit Luft nach oben

Von Moritz Kircher

Handwerker, soziale Einrichtungen, Feuerwehr, Gewerbetreibende - die erste Leistungsschau in Weidenberg zeigten einen Querschnitt durch die Geschäfts- und Vereinswelt der Verwaltungsgemeinschaft. Der Bund der Selbstsändigen zeigte sich als Veranstalter zufrieden mit der Premiere. Sowohl bei der Zahl der Aussteller als auch bei der Zahl der Besucher ist für das nächste Mal noch Luft nach oben.

In der Weidenberger Dreifachturnhalle kniet Matthias Böhner auf dem Boden und macht eine Herzdruckmassage. Es ist kein Notfall bei der ersten Leistungsschau der Verwaltungsgemeinschaft. Der Weidenberger Gemeinderat übt am Stand des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) an einer Puppe. Jessika Ansorge von der Freiwilligen Feuerwehr gibt ihm Tipps. Sie zeigt ihm auch, wie man einen Defibrillator anlegt und bedient. Dann muss Böhner wieder drücken. „Bis das Gerät was anderes sagt“, sagt die Ersthelferin. Böhner kommt langsam ins Schwitzen. So wie das BRK präsentierten sich auf der ersten Leistungsschau der Gemeinden Weidenberg, Seybothenreuth, Kirchenpingarten und Emtmannsberg 25 weitere Firmen und 15 Vereine.

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Am frühen Sonntagnachmittag füllt sich die Halle allmählich

An gut drei Dutzend Ständen präsentieren sich Gewerbetreibende, Handwerker und Vereine. Am Samstag waren die Besucherzahlen noch überschaubar. Am frühen Sonntagnachmittag füllt sich die Halle allmählich. Wie viele Leute da sind, wird zum ersten Mal sichtbar, als um 13 Uhr die Landjugend Stockau-Lehen einen Schuhplattler vorführt und sich die Besucher vor der Bühne in der Halle versammeln.

Danach verläuft sich alles wieder ein wenig, weil ab 14 Uhr die Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft nebenan in der Aula Vorträge halten. „Wir wollten die Vorträge bewusst nicht im Ausstellungsraum haben“, sagt Gudrun Kothe vom Bund der Selbstständigen (BDS), die die Veranstaltung organisiert hat. Man wolle das Besucher und Aussteller bei ihren Gesprächen an den Ständen nicht stören, fügt der BDS-Bezirksvorsitzende Robert Raimund hinzu.

Aussteller machen Werbung bei den Kunden und knüpfen untereinander Kontakte

In der Dreifachturnhalle wäre Platz, um fast doppelt so viele Aussteller unterzubringen. Es gebe schon noch ein paar Firmen, die mitmachen könnten, sagt der Emtmannsberger Bürgermeister Thomas Kreil zum Abschluss seines Vortrages über die Zusammenarbeit der Gemeinden. „Aber denen geht es scheinbar so gut, dass sie keine Werbung machen müssen.“ Was mit einem Augenzwinkern gemeint war, trifft einen wahren Kern. Denn tags zuvor bei der Eröffnung der Leistungsschau hatte der oberfränkische Handwerkskammer-Präsident Thomas Zimmer schon berichtet, dass das Handwerk in der Region das beste erste Quartal seit 24 Jahren hatte.

Tobias Hoffmann ist auf der Messe als Aussteller und Netzwerker. Er repräsentiert die Integrierte ländliche Entwicklung Frankenpfalz (ILE). Als sogenannter ILE-Manager ist es seine Aufgabe, die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft untereinander und mit Speichersdorf voranzutreiben. Da kommt ihm die Messe als Netzwerk-Treffen natürlich gerade recht.

Die Rückmeldungen der Aussteller sind positiv

Aber Hoffmann will auch seine Organisation bekannter machen. ILE, was ist das eigentlich? Das wird er an den beiden Tagen der Leistungsschau immer wieder gefragt. „Es ist gut, mit den Leuten hier mal direkt ins Gespräch zu kommen“, sagt er – mit den Ausstellern und mit den Besuchern. Immer wieder erklärt er geduldig, was die ILE Frankenpfalz ist.

Was die Zahl der Aussteller und Besucher angeht, ist noch Luft nach oben. Dennoch ist Organisatorin Gudrun Kothe zufrieden. Die Rückmeldungen der Aussteller seien durchweg positiv. Viele hätten jetzt schon Interesse signalisiert, bei einer möglichen zweiten Auflage der Leistungsschau wieder mitmachen zu wollen.

Im Fall von Matthias Böhner hat die Leistungsschau ihr Ziel erreicht, den Anliegen von Firmen und Vereinen Geltung zu verschaffen. „Wo gibt es eigentlich in Weidenberg einen Defibrillator?“, will er nach der Übung an der Notfallpuppe von der Feuerwehrfrau Jessika Ansorge wissen. In einer öffentlichen Einrichtung gebe es noch keine, sagt sie. Das will Böhner demnächst im Gemeinderat ansprechen.