Leiser Abschied eines Musterprofis Steve Wachalski wird Medi wohl verlassen

Die Zeichen stehen auf Abschied: Vieles deutet daraufhin, dass Steve Wachalski Medi Bayreuth nach der Saison verlassen wird. Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Es sieht nach einem stillen, einem traurigen Abschied eines Publikumslieblings aus: Ohne noch einmal das Medi-Trikot in einem Bundesligaspiel getragen zu haben, wird Steve Wachalski wohl Bayreuth nach Saisonende den Rücken kehren. Der Teamsenior, dessen Vertrag nach dieser Spielzeit ausläuft, hat sich vor den finalen Spielen gegen Bamberg und in Braunschweig erneut verletzt.

 

Das lang gezogene „Steeeve“ der Bayreuther Fans fehlt einfach. Nicht etwa als belebendes Stimmungselement in der Oberfrankenhalle. Vielmehr vermisst man als Anhänger von Medi Bayreuth den damit einhergehenden Distanzwurf des Teamseniors aus der Spielfeldecke. Steve Wachalski, einer der großen Lieblinge der hiesigen Basketballszene, hat in der Bundesliga zuletzt gar nicht mehr geworfen. Drei Spielzeiten lang war er eine Konstante im Bayreuther Spiel, zig Male avancierte er mit seiner Treffsicherheit zum X-Faktor. Am 30. März dieses Jahres bei  der 75:83-Niederlage in Bremerhaven stand der 36-jährige Teamsenior das letzte Mal auf dem Feld – 3:29 Minuten lang (Artikel wurde an dieser Stelle nachträglich korrigiert, Anm. d. Red.). Was damals noch keiner ahnte: Es waren wohl seine allerletzten im Medi-Trikot überhaupt.

Er war zwar nach seiner langwierigen Rückenverletzung – erst nach Wochen wurde ein Gleitwirbel diagnostiziert und auch richtig therapiert – zuletzt wieder voll belastbar, kurz vor dem Spiel gegen Bamberg erlitt er aber einen Rückfall. „Ich werde also in dieser Saison gar nicht mehr eingreifen können“, sagt er zerknirscht. Und über die Saison hinaus stehen die Zeichen für den 202 cm großen Forward auch auf Abschied.

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"So ist das Geschäft."

Als „doch eher unwahrscheinlich“ ordnet Steve Wachalski selbst die Chance ein, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag in Bayreuth verlängern zu können. „Hätte man das von Vereinsseite aus gewollt, wäre man bestimmt auf mich zugekommen. Aber dem war nicht so. Ich verstehe das ja auch. Ich bin mittlerweile in einem gehobenen Basketball-Alter, und außerdem war ich in dieser Saison ja ganz lange verletzt“, sagt er ohne den leisesten Hauch von Verbitterung. „Ich hege da wirklich überhaupt keinen Groll. So ist das Geschäft.“ Schließlich weiß er selbst am besten, dass 1,8 Punkte bei durchschnittlich 7:25 Minuten Einsatzzeit kein herausragendes Argument für einen neuen Vertrag sind. Zum Vergleich: In seiner ersten Saison im Medi-Trikot 2015/2016 stand er 24:16 Minuten auf dem Feld und markierte 9,2 Punkte.

Trotz seiner tragenden Rolle war er nie Lichtgestalt, nie Lautsprecher, nie Häuptling. Er blieb stets bodenständig, bescheiden, zuverlässig – ein Arbeiter und Teamplayer. Die Frage, was ihn am meisten geschmerzt hat an seiner jüngsten Rolle als Bankdrücker, beantwortet er wie selbstverständlich: „Der Mannschaft nicht helfen zu können.“ Dabei könnte das Medi-Team aktuell ein bisschen Steve Wachalski gut vertragen, meinen viele.

Die Vollversion des Artikels finden Sie am 10. Mai 2019 in unserer Zeitungsausgabe. 

 

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