Legale Wege nach Europa verlangt EKD fordert Ende des Flüchtlingssterbens

Von Elmar Schatz

Ein Ende des Flüchtlingssterbens im Mittelmeer fordert der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. Die Lage der Flüchtlinge weltweit war eines der beherrschenden Themen der viertägigen Beratungen bei der Frühjahrstagung der EKD-Synode in Würzburg.

Heinrich Bedford-Strohm und Irmgard Schwaetzer stehen an der Spitze der EKD. Foto: dpa Foto: red

Wer am Sonntag Kantate singe, der wisse, „dass wir auch für die schreien müssen, die verfolgt werden, die heute bittere Not erleiden, die heute aus nackter Verzweiflung auf hoher See ihr Leben riskieren“, sagte Bedford-Strohm zum Abschluss der EKD-Synode in Würzburg.

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Das Kirchenparlament forderte eine „Asylpolitik, die Würde, Leib und Leben der Flüchtlinge schützt und dem Anspruch einer europäischen Wertegemeinschaft gerecht wird“.

Erforderlich seien unter anderem eine umfassende europäische Seenotrettung, ein ehrgeiziges europäisches Neuansiedlungsprogramm sowie mehr legale Wege für Schutzsuchende in die Europäische Union.

Laut Bedford-Strohm haben die Deutschen mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren ihre Freiheit geschenkt bekommen. „Am Ende wurde die Versöhnung die prägende Melodie. Und frühere Feinde sind heute im gemeinsamen Europa Freunde“, sagte der oberste Repräsentant der mehr als 23 Millionen deutschen Protestanten am Sonntag im Gottesdienst zum Abschluss der EKD-Synodentagung.

Bedford-Strohm würdigte den „Mut zur nüchternen Selbsterkenntnis, zum Bekenntnis der Schuld“ in den Jahren nach 1945. Nicht die herausgestreckte Brust, sondern der Kniefall sei zur größten Geste der Stärke geworden.

Schwaetzer wiedergewählt

Die Synode der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat ihre Spitze neu bestimmt. Die frühere FDP-Politikerin Irmgard Schwaetzer bleibt Vorsitzende des evangelischen Kirchenparlaments. Die 73-Jährige wird damit der EKD-Synode für die kommenden sechs Jahre vorstehen und gemeinsam mit dem EKD-Ratspräsidenten Bedford-Strohm das Gesicht der evangelischen Kirche sein.

Elke König folgt Beckstein

Stellvertreter bleibt Klaus Eberl. Zur weiteren Stellvertreterin wählte die Synode auf ihrer Würzburger Frühjahrssitzung Elke König. Sie folgt auf Bayerns Ex-Ministerpräsident Günther Beckstein, der ausgeschieden war.

Neben den Wahlen befasste sich die dreitägige Synode mit dem Reformationsjubiläum 2017. Die EKD ist die Dachorganisation der 20 evangelischen Landeskirchen. Zwar sind diese selbstständig, die EKD aber kann wichtiger Kurs- und Impulsgeber sein.

Schwaetzer erhielt bei ihrer Wiederwahl 111 von 115 Stimmen. Gegenkandidaten hatte sie nicht. Den Synodalen versprach sie, sich weiter für mehr kircheninterne Kommunikation und Transparenz starkzumachen. Außerdem wolle sie wichtige Impulsgeberin innerhalb der EKD sein und sich gegen den Stillstand stellen. Ihr erklärtes Ziel ist zudem der Kampf gegen den stetigen Mitgliederschwund.                  Mit Material von epd und dpa