Leerstand Pegnitz: Wie geht's weiter mit dem Bahnhofsgebäude?

Seit 2007 ist das Bahnhofsgebäude für die Öffentlichkeit geschlossen, 2019 hat es die Stadt Pegnitz erworben. Es gibt viele Ideen für die künftige Nutzung, entschieden ist aber noch nichts.

Pegnitz - „Hier gab es immer ganz knusprige Hähnchen“, schwärmt Bürgermeister Wolfgang Nierhoff noch heute von seiner Kindheit, als es in der Wartehalle des Bahnhofsgebäudes bis Mitte der 70er-Jahre einen Imbiss gab. Seit 2007 ist das knapp 120-jährige Gebäude mittlerweile geschlossen, 2019 hat es die Stadt erworben. Mit dazu gehören die Nebengebäude, wo ein Reisebüro und ein Taxicenter untergebracht sind.

Energetisch sanieren

Im Rahmen der ISEK-Konzepte gebe es mehrere Ideen, was mit dem Bahnhofsgebäude geschehen soll, sagt Nierhoff. An Privatwohnungen war mal gedacht, davon ist man aber wieder abgekommen. Kleinere Läden oder Start-ups kann sich der Bürgermeister vorstellen, aber da sei noch nichts entschieden, das müsse erst noch durch den Stadtrat. Wenn die Fördermöglichkeiten geklärt sind, muss energetisch saniert werden.

Uhren gehen noch genau

So schlimm wie im K&P- beziehungsweise PEP-Komplex sieht es hier nicht aus. Staubig und Spinnenweben, klar, aber keine eingeschlagenen Scheiben oder andere Verwüstungen. In der Wartehalle im Erdgeschoss stehen noch die Holzbänke, in die sich Generationen von Schülern mit Schnitzkunstwerken verewigt haben und auch zwei Uhren gehen noch auf die Minute genau. „Die große Bahnhofsuhr außen hat die Bahn damals mitgenommen“, sagt Nierhoff. In einem Seitenteil ist noch das Stellwerk für den aktuellen Betrieb der Bahn untergebracht, erklärt Daniela Feser, zuständig für das Gebäudemanagement der Stadt.

Notunterkunft der Stadt

Im ersten Obergeschoss ist die Bahn in einer Wohnung auch Mieter. Hier sind Aufenthaltsräume für Zugbegleiter, die eine Zwischenstation in Pegnitz haben. In der zweiten Wohnung ist die Notunterkunft der Stadt mit sechs Schlafplätzen, Bad und Küche. „Das ist ein freiwilliges Angebot der Stadt“, betont Nierhoff.

Im zweiten Obergeschoss gibt es zwei große Wohnungen mit 100 und 76 Quadratmetern, im Dachgeschoss noch mehrere Abstellabteile.

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