Stuttgart - Der Online-Shop ist für die Firma Nubert während des Corona-Lockdowns die einzige Möglichkeit, Lautsprecher und Verstärker an Kunden zu verkaufen. Doch am Wochenende musste das Unternehmen aus Schwäbisch Gmünd eine Zwangspause einlegen. Unbekannte hatten offenbar die Server lahmgelegt, auf denen die Seite von Nubert betrieben wird.

Ein Sprecher von Nubert teilte unserer Redaktion mit, dass die Website am Samstag und Sonntag nur eingeschränkt erreichbar gewesen sei. Der Grund war demnach ein Distributed-Denial-of-Service-Angriff (DDoS). Bei solchen Attacken werden Webserver so lange mit Massenanfragen aus dem Netz torpediert, bis die Technik aufgibt. Meist steckt ein Bot-Netzwerk dahinter, also eine Armee ferngesteuerter Computer, die auf Befehl eine Website mit Anfragen überfluten.

Angriff auf Provider dauert noch immer an

Solche Angriffe passieren nicht zufällig. Jemand muss den Befehl dafür geben, wenn eine Seite von einem Rechnernetzwerk attackiert werden soll. Wer hinter der DDoS-Attacke steckt, ist allerdings bisher unklar. Auch ist nicht klar, wer genau das Ziel der Aktion ist und ob eine politische Tat oder ein Erpressungsversuch dahinter stecken.

Laut dem niedersächsischen Web-Anbieter Power-Netz, der neben „Nubert.de“ auch andere Websites auf seinen Servern betreibt, dauert der Angriff noch immer an. Auf Anfrage unserer Redaktion heißt es, die Techniker arbeiteten mit Hochdruck daran, den Cyberangriff abzuwehren. Außerdem werde der strafrechtliche Tatbestand der Computersabotage geprüft.

Seit Sonntagnachmittag funktioniert zumindest der Online-Shop von Nubert wieder. Der Boxen-Hersteller verkauft seine Lautsprecher nur im Direktvertrieb, also nicht über Zwischenhändler. Neben dem Online-Shop bietet die Firma ihre Geräte in Geschäften in Schwäbisch Gmünd und Duisburg an, die derzeit aufgrund des bundesweiten Corona-Lockdowns aber geschlossen sind.