Herr Ponfick, sind Sie verheiratet?
Martin Ponfick: Ja, seit über einem Jahr. Meine Frau und ich bekommen im Dezember sogar Nachwuchs.
Martin Ponfick (29) sieht die Welt ganz anders als der Fernsehsender RTL. Und der Landwirt ärgert sich über das Bild, das der Sender von seinem Berufsstand in der Sendung "Bauer sucht Frau" zeichnet. Ponfick aus Unterölschnitz ist Vorsitzender des Rings Junger Landwirte Bayreuth. Mit dem Kurier hat er über Landwirtschaft und Liebe gesprochen.
Herr Ponfick, sind Sie verheiratet?
Martin Ponfick: Ja, seit über einem Jahr. Meine Frau und ich bekommen im Dezember sogar Nachwuchs.
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Glückwunsch dazu! War es denn schwierig für Sie, eine Frau zu finden?
Ponfick: Nein, gar nicht. Ich habe meine Frau auf einer Kerwa in der Region kennen gelernt. Ich bin ein Typ, der immer schon mit seinen Freunden, zum Beispiel von der Landjugend, unterwegs gewesen ist. Wir haben nie ein Problem gehabt, jemanden kennen zu lernen.
Kennen Sie Landwirte, die sich schwer tun, eine Frau zu finden?
Ponfick: In meinem Freundeskreis hat keiner ein Problem damit. Jeder Topf hat seinen Deckel gefunden. Ich kenne aber schon den einen oder anderen Junggesellen. Die wollen aber oft vom anderen Geschlecht gar nichts wissen.
Glaubt man RTL, dann haben Landwirte es aber zumindest schwerer, eine Frau zu finden.
Ponfick: Nö. Das sieht nur in der RTL-Sendung so aus. Die bedienen ein Klischee und das finde ich nicht gut. So wie in Kinderbüchern auch werden Landwirte als Typen mit Mistgabeln in Gummistiefeln dargestellt. Die Zuschauer denken dann, die Arbeit auf dem Bauernhof sehe immer noch so aus. Es gibt ja auch wirklich noch solche Betriebe, das sieht man ja in der Sendung. Aber das ist sicher nicht die Mehrheit.
Schauen Sie sich die Sendung denn an?
Ponfick: Ich habe nur die erste Staffel geschaut. Ich habe das aufgegeben, weil ich es einfach nur peinlich für meinen Berufsstand finde. Ich verstehe nicht, warum diese Sendung so erfolgreich läuft.
Was genau finden Sie peinlich?
Ponfick: Die Macher dieser Sendung suchen gezielt nach Extremen. Die suchen sich spezielle Junggesellen raus, setzen Untertitel, weil man sie schlecht versteht, wenn sie daheim mit ihrer Muddi sprechen. Das ist schlimm. Die Häuser sehen zum Teil heruntergeranzt aus, teilweise werden noch Tiere im Haus gehalten. Das finde ich schade. So ist es bei uns draußen einfach nicht. Fast alle Höfe sind modern und schön.
In der Sendung werden meistens Bauern gezeigt, die zusammen mit ihren Eltern leben. Ist das so?
Ponfick: Ich lebe auch mit meinen Eltern und Großeltern unter einem Dach. Das ist auch bei vielen meiner Kollegen so. Bei mir hat jede Generation ihr eigenes Reich, eine eigene Wohnung und Küche. Da hockt man nicht jeden Abend zusammen vorm Fernseher, diese Zeiten sind wirklich vorbei. Jeder kann sich zurückziehen.
Landwirt ist ein Beruf, der viel Zeit verschlingt. Ist das kein Problem für eine Beziehung?
Ponfick: Wenn Erntezeit ist, dann hab ich wirklich Stress und muss durchpowern. Wenn dann ein schöner Tag ist, muss ich ran, auch wenn Sonntag ist. Aber es kommen auch wieder ruhigere Tage, da kann ich machen, was ich will. Dann hol ich die Zeit eben nach und leg mal einen freien Freitag ein oder mach ein langes Wochenende und fahr mit meiner Frau ein paar Tage fort.
Muss Ihre Frau auf dem Hof mitarbeiten?
Ponfick: Sie arbeitet eigentlich bei einer Versicherung, aber sie hilft auch gerne auf dem Hof mit. Ihr gefällt das und wenn ich sie brauche, kennt sie nix: Dann packt sie auch nach ihrer regulären Arbeit tüchtig mit auf dem Hof an. Es ist schon wichtig, dass die Freundin oder Frau hinter diesem Beruf steht.
Hatte Ihre Frau schon Erfahrung mit der Landwirtschaft?
Ponfick: Ja, ihre Eltern haben auch einen landwirtschaftlichen Betrieb. Ich glaube aber nicht, dass das eine große Rolle spielt. Ich hatte auch schon Freundinnen, die hatten mit Landwirtschaft nichts zu tun. Daran sind die Beziehungen nicht gescheitert. Ich kenne viele Kollegen, bei denen das gut klappt mit einer Frau, die nicht aus einer Landwirtschaft kommt.
Während in den kommenden Wochen jeden Montagabend sechs Millionen Menschen "Bauer sucht Frau" schauen, was tun Sie derweil?
Ponfick: Ich streichle den Baby-Bauch meiner Frau. Damit habe ich wirklich genug Sinnvolles zu tun.
In den kommenden zwei Monaten strahlt RTL jeden Montagabend um 21.15 Uhr die zehnte Staffel von "Bauer sucht Frau" aus. Drei Landwirte aus Oberfranken präsentieren sich in der Sendung als Junggesellen auf der Suche nach der Frau fürs Leben - und für den Hof. Eine Übersicht über die drei fränkischen Teilnehmer, die Infos stammen von RTL.
Gunther (2
9) aus Mittelfranken
Der attraktive Schweinebauer Gunther lebt gemeinsam mit seiner Mutter Ingrid und seinen Schwestern Kathrin und Sonja in Mittelfranken. Seit dem Tod seines Vaters vor neun Jahren bewirtschaftet der 29-Jährige einen Schweinezuchtbetrieb mit 1800 Schweinen und Ferkeln, sowie 78 Hektar Acker, Grünland und Wald im Haupterwerb. Mit viel Liebe und Engagement kümmert sich Gunther um seine Tiere. An seinem Beruf mag der lebenslustige Bauer, dass ihm nie langweilig wird: „Ich habe da so ein paar Schweine, die büxen gern mal aus, wenn ihnen danach ist. Aber ich mag das, wenn die ihren eigenen Charakter haben.“ Gunthers großes Hobby ist das Auflegen. Als DJ tritt er in seinem eigenen Wirtshaus und in umliegenden Diskotheken auf. Obwohl der 29-Jährige sehr gesellig und viel unterwegs ist, hat er seine Traumfrau hat er noch nicht gefunden. „Ich suche eine aufgeweckte, hübsche, selbstbewusste Frau zwischen 22 und 28 Jahren, mit der ich eine Familie gründen kann. Ich mag schon jemanden, der den Ton angibt und mir auch mal die Meinung sagt“, so der 1,78 Meter große Wassermann.
Rainer (41) aus
der Fränkischen Schweiz
60 Schafe und Lämmer hören auf das Wort des humorvollen Schäfers Rainer. Der 41-Jährige lebt allein auf dem Hof, den er vor acht Jahren von seinem Vater übernahm. Täglich kümmert sich der hauptberufliche Fensterbauer liebevoll um das Wohl seiner Tiere. Sein treuer Hofhund Scheck steht ihm dabei stets zur Seite. Rainers letzte Beziehung liegt nun schon zwei Jahre zurück und der 1,75 Meter große Widder wünscht sich nichts sehnlicher, als wieder eine Partnerin an seiner Seite zu haben: „Die Einsamkeit habe ich satt. Ich wünsche mir die Wärme und Geborgenheit einer Frau. Das fehlt mir am meisten. Meine Traumfrau sollte zwischen 35 und 40 Jahren alt sein, ehrlich, humorvoll und Naturverbunden. Wenn sie sich darüber hinaus noch für die Landwirtschaft interessiert und meine Arbeit schätzt, steht einer glücklichen Beziehung nichts mehr im Wege.“
Sebastian (
32) aus Oberfranken
Lustig, hilfsbereit, spontan und aufgeschlossen – so geht Sebastian durchs Leben. Doch seine Traumfrau hat der 32-jährige Oberfranke bisher nicht finden können. Der hauptberufliche Landwirt kümmert sich voller Begeisterung um seine angehende Straußenzucht. Außerdem besitzt Sebastian zusammen mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Markus 80 Hektar Ackerland und Wald. Zusätzlich werden 47 Rinder, 30 Hasen, 25 Enten, 30 Ziegen und 15 Hühner versorgt. In seiner Freizeit spielt der 1,75 Meter große Löwe Akkordeon, ist Vorsitzender bei der Freiwilligen Feuerwehr und bekocht bei Festen schon mal das ganze Dorf. „Ich wünsche mir eine Frau zwischen 24 und 33 Jahren mit Humor und Herz, denn aufs Herz kommt‘s an“, erklärt Sebastian.