Im Gespräch mit unserer Zeitung schildert Landrat Peter Berek seine Sicht auf die allgemeine Krankenhaus-Problematik und die Situation im Fichtelgebirge.
Gemeinsam mit Kornelia Schaffhauser, der Gesundheitsbeauftragten des Landkreises, hat sich Landrat Peter Berek selbst ein Bild von der Protestaktion am Klinikum verschafft.
Im Gespräch mit unserer Zeitung schildert Landrat Peter Berek seine Sicht auf die allgemeine Krankenhaus-Problematik und die Situation im Fichtelgebirge.
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Herr Berek, wie finden Sie die Aktion?
Sie ist einfach ein Versuch, darauf aufmerksam zu machen, dass es bei den Kliniken landauf und landab lichterloh brennt. Insofern finde ich die Aktion gut, ich hoffe, dass dieser Hilfeschrei auch gehört wird.
Was wünschen Sie sich von der bayerischen Landesregierung im Hinblick auf die Zukunft des Klinikums Fichtelgebirge?
Die Länder sind für die Krankenhausplanung zuständig. Da wünsche ich mir, dass die Planung mit der kommunalen Basis abgestimmt erfolgt. Unser Klinikum ist für die Versorgung des Fichtelgebirges und darüber hinaus nicht wegzudenken, das muss sich in der Planung weiterhin ausdrücken und dafür braucht es auch weiterhin Investitionsförderung. Zudem benötigen wir aber auch kurzfristig eine finanzielle Unterstützung. Hier hat der Freistaat bereits Mittel bereitgestellt, um die Bundesmittel – soweit notwendig – zu ergänzen. Diese Mittel müssen schnell an die betroffenen Häuser ausgegeben werden.
Was muss die Bundesregierung tun, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen?
Der Bund ist zuständig für die Finanzierung des Systems. Kurzfristig benötigt es dringend ausreichende Liquiditätshilfen, die unkompliziert bereitgestellt werden. Die aktuellen Hilfen kommen nur teilweise „unten“ an, weil die Kriterien nicht greifen. Da muss schnell nachgebessert werden, will man Schließungen vermeiden.
Was muss langfristig passieren?
Perspektivisch muss sich das gesamte Finanzierungssystem ändern und dazu gibt es ja wenigstens den Willen. Inhaltlich muss da natürlich nachgearbeitet werden. Es muss jedenfalls gewährleistet sein, dass abgegebene Leistungen, die auf ärztlicher Entscheidung beruhen, auch bezahlt werden. Es kann doch nicht sein, dass die Aufgaben der Kodierfachkraft wichtiger sind, als ärztliche Entscheidungen. Und noch einen Aspekt möchte ich ansprechen: Das immer wieder auftauchende Argument, dass es ohnehin Personalmangel im Ärzte- und Pflegebereich gibt und Schließungen hier helfen könnten, ist natürlich Quatsch. Ich bin mir sicher, dass viele Menschen ihre Heimat für einen Job in der Pflege andernorts nicht verlassen und sich stattdessen lieber in anderen Branchen wohnortnah eine neue Beschäftigung suchen werden.
Welche Ideen oder Veränderungen gibt es aktuell seitens des Klinikums, es finanziell auf stabilere Fundamente zu stellen?
Das Klinikum Fichtelgebirge kann leider nur im bestehenden System agieren, die Möglichkeiten der Verbesserung aus eigener Kraft sind also stark beschränkt. Wir arbeiten ständig an der Struktur des Hauses, aktuell auch mit externer Begleitung. Wir arbeiten jeden Tag daran, die Abläufe in den Häusern noch effizienter zu gestalten und vor allem die Kostenstrukturen weiter zu optimieren. Wir beschäftigen uns mit dem Thema Ambulantisierung, wir wollen und müssen noch enger mit den niedergelassenen Praxen kooperieren und vieles mehr.
Reicht das?
All das zielt auf die Verbesserung der Finanzen ab, kann aber das Grundproblem nicht kompensieren.