Landkreis Wunsiedel Inzidenz im Landkreis schießt wieder in die Höhe

Dunkelrot ist der Landkreis Wunsiedel markiert. Das bedeutet, dass hier die Sieben-Tage-Inzidenz besonders hoch ist. Foto: RKI

Mit einem Wert von über 300 liegt Wunsiedel in Bayern an der Spitze. Die Ursachen für den starken Anstieg der Covid-Infektionen sind nicht klar.

Wunsiedel - Zumindest ein wenig scheint der Lockdown in Deutschland zu wirken. Die dem Robert-Koch-Institut gemeldeten Fallzahlen gehen leicht zurück. Gegen den Trend entwickeln sich hingegen die Covid-Fallzahlen im Landkreis Wunsiedel. Wie das Gesundheitsamt am Freitagnachmittag mitgeteilt hat, haben sich erneut 52 Menschen neu mit Corona-Viren infiziert. Damit stieg die Sieben-Tage-Inzidenz wieder über die Marke von 300. Mit 304,2 (Donnerstag 262,9) dürfte der Landkreis Wunsiedel bayernweit Spitzenreiter sein. Das RKI hatte seine Statistik am Freitagnachmittag noch nicht aktualisiert. Doch bereits am Donnerstag lag Wunsiedel hinter dem Landkreis Ansbach schon an zweiter Stelle der Kreise mit der höchsten Inzidenzzahl.

Diffuses Infektionsgeschehen

Warum die Fallzahlen wieder derart gestiegen sind? „Das lässt sich seriös nicht beantworten“, sagte Landratsamtssprecherin Anke Rieß-Fähnrich auf Nachfrage. Ein clusterhaftes Ausbruchgeschehen habe es nicht gegeben. „Es handelt sich um ein diffuses Geschehen, was für die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes das Nachverfolgen der Infektionsketten enorm erschwert.“ Ausbrüche habe es in Zusammenhang mit Kontaktpersonen ebenso gegeben wie an Arbeitsplätzen. Die Bewohner der Seniorenheime sind demnach offenbar bei dem neuerlichen starken Ausbruch nicht die Hauptbetroffenen. Noch vor wenigen Tagen wohnte fast ein Drittel aller Neuinfizierten in Seniorenheimen (wir berichteten).

Dass die Fallzahlen im Landkreis Wunsiedel einfach nicht sinken wollen, ist ein beunruhigendes Phänomen. Zum Vergleich: Im Luftlinie keine hundert Kilometer entfernten Landkreis Amberg-Sulzbach ist die Sieben-Tage-Inzidenz auf 41,7 gesunken (Stand Freitagnachmittag laut RKI) und liegt damit unterhalb der von der Ministerpräsidentenkonferen angestrebten 50er-Marke.

Mehr Sterbefälle in zweiter Welle

Ebenfalls beunruhigend sind die vielen Sterbefälle in der sogenannten zweiten Corona-Welle. Das Gesundheitsamt Wunsiedel meldete, dass eine 89 Jahre alte Frau und ein 87 Jahre alter Mann, jeweils mit Vorerkrankungen, gestorben sind. Damit stieg die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie im Landkreis auf 110. Laut der Statistik des RKI sind bisher zwei Menschen im Alter von 35 bis 59 Jahren, 26 im Alter von 60 bis 79 Jahren und 82 im Alter von 80 plus gestorben.

Derzeit sind im Landkreis Wunsiedel 435 Menschen an Corona erkrankt, 2138 gelten als genesen. Seit Beginn der Pandemie wurden 2683 Personen positiv auf das Virus getestet. Mit der Inzidenz von 304,2 gilt im Landkreis Wunsiedel nach wie vor die 15-Kilometer-Regel. Die Polizei wird auch am Wochenende deren Einhaltung an den bekannten Hotspots kontrollieren.

Ähnlich beunruhigend wie im Landkreis Wunsiedel ist die Situation im Nachbarlandkreis Tirschenreuth. Hier hat das Gesundheitsamt innerhalb eines Tages 43 neue Corona-Fälle registriert. Bei 13 Fällen handelt es sich um bereits unter Quarantäne stehende Kontakt-1-Personen zu infizierten Fällen. Erneut meldete die Behörde zwei Todesfälle. Eine Person ist um die 70 Jahre, eine zweite um die 82 Jahre. Beide sind mit SARS-CoV-2 gestorben.

Seniorenheime ergreifen Maßnahmen

Auch sind Corona-Fälle im BRK „Haus Falkenstein“ in Kemnath zu verzeichnen. In der Einrichtung sind in Absprache mit dem Gesundheitsamt Tirschenreuth Maßnahmen ergriffen worden.

In Stadt und Landkreis Hof sind binnen eines Tages 28 neue Fälle gemeldet worden. An Covid-19 gestorben ist ein 94 Jahre alter Mann. Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt Hof liegt bei 133,1, im Landkreis Hof bei 141,3.

In Stadt und Landkreis Bayreuth sind am Freitag 45 weitere Fälle gemeldet worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Landkreis Bayreuth bei 160,05 und in der Stadt Bayreuth bei 129.71. M. Bäu.

 
 

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