Kurier-Artikel rüttelt wach: Sven Lührs ist neuer Vorsitzender Christen schaffen Wohnungen: Es geht weiter

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Die Auflösung ist abgewendet. Es geht weiter mit Christen schaffen Wohnungen. Der Verein hat am Montagabend einen neuen Vorstand gewählt, der die Arbeit der vergangenen 20 Jahre fortsetzen will. Der neue Vorsitzende Sven Lührs will vor allem eines: Der Verein soll wachsen, soll mehr Mitglieder gewinnen. „Damit wir mehr helfen können“, wie er im Kurier-Gespräch sagt.

Der neue Vorstand (von links) von Christen schaffen Wohnungen: Beisitzer Christoph Höreth, Schatzmeister Jürgen Mattern, Schriftführerin Sabine Hacker, stellvertretender Vorsitzender Peter Hacker, Beisitzerin Anke Elßner, Vorsitzender Sven Lührs, Stellvertreter Wolfgang Fuchs, Beisitzer Jürgen Höppner. ⋌Foto: red Foto: red

Für Hilmar Sommermann (79), den bisherigen Vorsitzenden des Vereins Christen schaffen Wohnungen, ist „ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen“, wie er am Dienstag auf Anfrage sagt. „Der Artikel im Kurier über die drohende Auflösung des Vereins am vergangenen Dienstag hat die Leute richtig aufgeschreckt“, sagt Sommermann. „Am Mittwoch haben die ersten angerufen und gesagt, es könne doch nicht sein, dass es nicht weitergeht. Es haben auch einige Geld gespendet.“

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Ein Angebot, dass jemand den Vorsitz übernehmen oder im Vorstand Verantwortung übernehmen wolle, sei aber ausgeblieben – bis zum Freitag vergangener Woche: „Am Freitag hat sich eine Gruppe von Leuten, die im evangelikalen Bereich angesiedelt sind, gemeldet“, sagt Sommermann. Sven Lührs, den die 39 Mitglieder, die am Montagabend ins Gemeindehaus der Erlöserkirche gekommen waren, zum Vorsitzenden gewählt haben, habe seine Mithilfe angeboten. Das Problem: „Sie waren ja keine Mitglieder, haben sich aber spontan entschieden, dem Verein beizutreten“, sagt Sommermann. Innerhalb von zwei Stunden sei ein Vorstandsbeschluss zustande gekommen, der die Mitglieder aufnahm – und den Weg ebnete für die Vorstandswahl.

Fünf neue Mitglieder bekam der Verein an diesem Tag, zwei weitere kamen in den Folgetagen noch dazu. So stieg die Mitgliederzahl auf aktuell 206. „Denn wir hatten in der letzten Vorstandssitzung eine Bereinigung der Mitgliederliste vorgenommen, so dass wir auf 199 standen“, sagt Sommermann. Er sei, sagt der Pfarrer im Ruhestand, der den Verein seit 2006 lenkte, „heilfroh, dass es weitergehen kann“. Er habe den Mitgliedern geraten, dem Verein einen neuen Namen zu geben: „Christen sichern Wohnen, statt schaffen Wohnungen. Denn darum geht es ja: Wir helfen, dass keiner ein sicheres Dach über dem Kopf verliert. Wir wollen helfen, dass die Menschen Bestehendes behalten.“ Das Bauen von Wohnraum, einst als Ziel des Vereins ausgerufen, werde sich sicher in der Zukunft auch nicht umsetzen lassen. „Aber damit soll sich der Verein frühestens auf seiner nächsten Hauptversammlung in einem Jahr befassen“, sagt Sommermann.

Sven Lührs (50), Theologe, sagt im Kurier-Gespräch, er sei von dem Artikel, der ein mögliches Aus des Vereins in den Raum gestellt hatte, „berührt gewesen. Ich dachte mir, dass man den Verein nicht zugrunde gehen lassen kann“. In einer Pastorenkonferenz habe man „gebetet und überlegt, was man tun könne“: So sei der Entschluss gereift, anzupacken, was im Gespräch mit Hilmar Sommermann gemündet sei.

Lührs sagt, er wolle sich „jetzt erst einmal einen Überblick verschaffen“, wie der Verein, der seit seiner Gründung – unter anderem durch Mithilfe des Kurier-Hilfswerks Menschen in Not – mehr als 500 Menschen aus Bayreuth in Wohnungs-Notlagen geholfen hat neu aufgestellt werden könne. Er wolle, sagt Lührs, auch das einstige Ziel, 1000 Bayreuther zu bewegen, Mitglied zu werden, im Auge behalten: „Es wird eines der ersten Dinge sein, dass ich versuchen werde, den Verein in den Bayreuther Kirchengemeinden bekannter zu machen.“ Die neue Vorstandsmannschaft – ein tolles Team, das da gewählt wurde – werde am kommenden Montag zum ersten Mal zu einer Sitzung zusammenkommen und die Ziele der kommenden Monate festlegen. „Sicher auch ein Punkt: Wir müssen stärker in der Öffentlichkeit präsent werden, beispielsweise durch eine Internet-Präsenz. Wir wollen verstärkt als Anlaufstelle für Menschen wahrgenommen werden“, sagt Lührs.