Kunstaktion Virus-Verbot statt Viehabtrieb

Wie wohl der Kini darüber gedacht hätte? Jedenfalls erklärte Sieghart Böhme am Freitag den Platz vor Haus Wahnfried kurzerhand zur Virus-Verbots-Zone. Foto: Ralf Münch

Als ob es nicht schon skurril genug wäre, dass ausgerechnet auf die Villa, in der Richard Wagners Wähnen angeblich Frieden fand, ein Corona-Testzentrum-Hinweisschild zeigt. Nein, am Freitagmittag setzte der Würzburger Sieghart Böhme mit einer sehr speziellen Kunstaktion dem Ganzen noch die satirische Krone auf: Kurzerhand erklärte er den Platz vor Haus Wahnfried zur Virus-Verbotszone.

Bayreuth -

Hierzu hat sich Böhme von einem Schild inspirieren lassen, das eher im alpenländischen Raum bekannt sein dürfte und das auf das Verbot von Viehtrieb hinweist. Der Künstler hat das Rind eliminiert und an dessen Stelle ein Virus-Symbol gesetzt.

Und so zog er am Freitag durch Bayreuths Innenstadt. Vor Haus Wahnfried, am Sternplatz und vor dem Markgräflichen Opernhaus installierte er sein Schild und wartete die Reaktionen der Passanten ab.

Kindern fiel das Schild auf

Nun kann man nicht behaupten, dass die Resonanz der Bayreuther überwältigend war, der ein oder andere schaute aber doch genauer hin und ließ sich von Böhme über die Aktion aufklären. Vor allem Kindern fiel das Virus-Verbotsschild auf und so kam man ins Gespräch. Wenn das Virus das Schild erblickt, dann komme es – na ja – nicht in die Fußgängerzone, wollte Böhme einem Dreikäsehoch weiß machen. Worauf der Bub sogleich forderte: „Dann müssen wir zwei Schilder mit nach Hause nehmen.“ Gesagt, getan. Auch die Mutter fand die Aktion lustig und so nahm die Verbreitung des Schildes seinen Lauf. Denn genau das ist ja das Ziel: Mann müsse dem Virus immer einen Schritt voraus sein, erklärt Böhme augenzwinkernd und träumt von einer weltweiten Ausbreitung des Verbotsschilds. Nur so könne das Virus in seine Schranken verwiesen werden.

Weitere Ausbreitung

Falls sich nun jemand die Frage stellen sollte: Nein, Sieghart Böhme ist kein Coronaleugner. Im Gegenteil. Vielmehr erklärt er es so: Die Idee zu dieser Aktion sei ihm gekommen, als die Impfgegner und Aluhüte „so viel Schwachsinn von sich gegeben haben. Da habe ich gedacht: Der nächste Schwachsinn den die bringen, ist das Virusverbot. Nachdem das aber nicht kam, habe ich gedacht, das kannst du auch selbst machen.“ Mit der Aktion wolle er die Coronaleugner ein bisschen verarschen. Erste Schilder hängen bereits in mehreren Städten in Unterfranken. Jetzt soll die Aktion Kreise ziehen. Bis zur globalen Beschilderung ist es allerdings noch ein weiter Weg.

So richtig Anstoß nehmen wollte an diesem kalten Freitagmittag in Bayreuth allerdings niemand. Am Sternplatz passierte sogar ein Polizeiauto die Kunstaktion kommentarlos. Vielleicht haben die Beamten das Hinweisschild einfach übersehen.

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