Kultusminister Ludwig Spaenle kassiert von Eltern, Lehrern und Schülern heftige Kritik "Das G8 ist ein einziges Chaos"

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Schüler werden mit Lernstoff bombardiert, die Eltern bekommen ihre Kinder immer weniger zu Gesicht - und die Schule muss das Unmögliche schaffen, alle Vorgaben unter einen Hut zu bringen. Auf der 63. Mitgliederversammlung der Landeselternvereinigung für Gymnasien in Bayern bekam Kultusminister Ludwig Spaenle von Eltern, Lehrern und Schülern einiges zu hören.

Am Freitagabend traf sich im Caspar-Vischer-Gymnasium in Kulmbach eine Diskussionsrunde zum Thema: „Die Zukunft des Bayerischen G8“. Rund 300 Teilnehmer kamen - und ließen richtig Dampf ab.

So wie Ursula Seifferth, Deutschlehrerin am Caspar-Vischer-Gymnasium. Sie brachte es auf den Punkt: „Das G8 ist ein einziges Chaos". Die Lehrerin hätte gerne einen roten Faden, wie sie ihre Schüler auf das Abitur vorbereiten könne. Doch das Problem ist das System. Denn das sei ihrer Ansicht nach "viel zu unübersichtlich". Für ihre Kritik kassierte Seifferth kräftigen Applaus, sowohl von Schülern als auch von Lehrern. Die Ideen vom Ministerium seien zwar „prinzipiell bestimmt gut, aber realisieren müssen es die Gymnasien, und die sind jetzt an der Grenze der Belastbarkeit", fügte sie hinzu.

Auch Schüler kritisieren G8

"Alles ist so chaotisch", kritisierte ein Schüler Seifferths. Er beklagte, dass der  vorausgesetzte Stoff für das Abitur viel zu umfangreich sei. "Im regulären Unterricht können wir das gar nicht durchnehmen und anwenden." Seiner Meinung nach ginge sehr viel Lernzeit dadurch verloren, dass man mehrere Halbjahre eines Faches belegen muss, aber nur eines davon in seine Abiturnote einbringen kann.

Sorgen haben auch die Eltern von Gymnasiasten, die mit ihren Kindern zu Hause das nachholen müssen, was in der Schule nicht geschafft wurde. „Wenn ich mit meinen Kindern Zeit verbringe, dann sehr oft mit Lernen. Entweder das, oder ich muss eine Menge Nachhilfeunterricht bezahlen", klagte eine Mutter.

Spaenle reagiert positiv

Kultusminister Spaenle reagierte auf die Kritikpunkte hauptsächlich mit positiven statistischen Angaben über die bayerischen Gymnasien und versprach, dass bald jedem Schüler die Lernzeit zur Verfügung stehen soll, die er braucht. In der Diskussionsrunde zeigte sich jedoch ganz klar: Der Schulalltag im G8-System läuft immer noch nicht rund.


Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Montagsausgabe (11. März) des Nordbayerischen Kuriers.

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