Kulturstiftung des Bundes „Das passt perfekt“

An der Seebühne in der Wilhelminenaue im Sommer 2020. Foto: /Andreas Harbach

Sicher ist: einen Neustart Kultur wird es geben. Die Frage ist nur: wann? Und wer dann noch dabei ist? Hilfe in der Not verspricht nun ein Programm der Kulturstiftung des Bundes, das bis zu 51,8 Millionen Euro für die Wiederbelebung der Kultur in den Städten und digitale Vermittlungsformate bereitstellt. Auch in Bayreuth will man sich dafür bewerben.

Bayreuth -

Um Künstlern Perspektiven für Auftrittsmöglichkeiten zu eröffnen, lobt die Kulturstiftung des Bunde das Förderprogramm Kultursommer 2021 aus dem Zukunftsprogramm Neustart Kultur der Bundesregierung aus. Ausgestattet mit einem Gesamtvolumen von bis zu 30,5 Millionen Euro werden mit dem Programm bundesweit mehr als 100 kreisfreie Städte und Landkreise bei der Gestaltung eines neu entwickelten, vielfältigen Kulturprogramms für die Zeit nach dem Lockdown unterstützt. Gefördert werden laut der Mitteilung unter anderem Open-Air-Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Performances und Ausstellungen im öffentlichen Stadtraum.

Dazu teilt Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit: „Nach einem Jahr der Pandemie setzen wir alles daran, die Künste überall in unseren Städten wiederzubeleben. Die Sehnsucht nach Kulturgenuss ist groß - beim Publikum, vor allem aber bei den Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen, die endlich wieder zum Einsatz kommen wollen. Der Kultursommer soll helfen, verantwortungsbewusst Kultur neu zu starten. Vor allem aber ist der Kultursommer Ausdruck der Wertschätzung für die Kreativen und eine Anerkennung ihres großartigen Beitrags für unser Gemeinwesen.“

Lokale Akteure

Antragsberechtigt sind kreisfreie Städte und Landkreise. Das Förderprogramm soll insbesondere Künstlerinnen und Künstlern der Freien Szenen, lokalen Akteuren und Bündnissen sowie der Kultur- und Veranstaltungsbranche zugutekommen. Voraussetzung ist, dass die Antragsteller neben dem Kunst- und Kulturprogramm ein Hygienekonzept für die geplanten Veranstaltungen umsetzen.

Bayreuths Kulturreferent Benedikt Stegmayer sieht in dem Förderprojekt eine Bestätigung dessen, was man in Bayreuth bereits im vergangenen Jahr mit der „Summertime“ auf die Beine gestellt hat. „Die Kulturschaffenden vernetzen und mit so vielen wie möglich ein Kulturangebot im Außenraum zu schaffen – das ist der Stadt Bayreuth 2020 sehr gut gelungen“, sagt Stegmayer. Natürlich will er einen Antrag bei der Kulturstiftung des Bundes stellen. Details sollen in einer Online-Fragestunde am 12. April geklärt werden. „Inhaltlich passt das, was wir getan haben, perfekt zu diesem Programm“, sagt Stegmayer, der „Bayreuth Summertime“ gar als beispielgebend für andere Städte sieht.

Digitale Interaktionen

Zur weiteren Unterstützung von Kultureinrichtungen in der Corona-Pandemie bewilligte der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes außerdem die Fortführung des Förderprogramms „dive in. Programm für digitale Interaktionen“. Damit unterstützt die Kulturstiftung des Bundes aktuell 68 Kulturinstitutionen bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler Vermittlungsformate, die neue Formen des Austauschs und innovative Zugänge zu künstlerischen Angeboten ermöglichen. Für das Programm stellt der Bund nun zusätzlich bis zu 21,3 Millionen Euro zur Verfügung. Dazu teilt die Kulturstaatsministerin mit: „Mit der Fortsetzung des erfolgreichen Digitalprogramms „dive in“ unterstützen wir zugleich Kultureinrichtungen in ganz Deutschland dabei, zeitgemäße Vermittlungs- und Ausstellungsformate zu entwickeln. So können sie mit ihrem Publikum auch auf digitalem Weg in Verbindung bleiben und neue Zielgruppen erreichen.“

Auch in der zweiten Förderrunde werden die Entwicklung und Umsetzung innovativer Projekte und Formate gefördert: Die digitalen Vorhaben, beispielsweise Games, Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen, Apps, interaktive Websites, KI- oder Citizen-Science-Projekte sollen neue Formate der Wissensvermittlung und künstlerischen Auseinandersetzung erproben. In diesem Programm können Fördermittel zwischen 50.000 und 200.000 Euro beantragt werden. Informationen zum Antragsverfahren werden Anfang Mai auf der Website der Kulturstiftung des Bundes veröffentlicht.

Musik im ländlichen Raum

Unterstützung gibt es auch für Musik im ländlichen Raum. Mit der Projektförderung „Landmusik“ des Deutschen Musikrats soll das Musikleben in ländlichen Regionen gestärkt werden. Darauf weist die Parlamentarische Staatssekretärin Anette Kramme hin. Die Fördermittel stammen vom Bund und dienen der Unterstützung von Unternehmungen, die Musik im ländlichen Raum erlebbarer machen und die Identifikationen der Bürger mit ihrer Region ermöglichen. Projekte werden dabei mit bis zu 10.000 Euro gefördert. Die Ausschreibung richtet sich sowohl an Profis als auch an Laien.

Darüber hinaus wird durch Bundesmittel ebenfalls über den Deutschen Musikrat der Landmusikort des Jahres 2021 ausgewählt. Kommunen, Landkreise, Landgemeinden und Kleinstädte einer ländlichen Region mit bis zu 20.000 Einwohnern mit herausragenden musikalischen Projekten können sich für den Preis bewerben. Eine Jury wählt anschließend drei Bundespreisträger aus. Es winken Preisgelder von 10.000 Euro über 20.000 Euro bis hin zu 30.000 Euro für den ersten Preis.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Anette Kramme freut sich über die Ausschreibungen und fügt hinzu: „Ich hoffe, dass auch Projekte in Oberfranken von dieser tollen Möglichkeit profitieren können.“ Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Deutschen Musikrats.

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