Kulturbrief-Kalender Matthias Ose: Klimt, van Gogh und Wilhelmine

Jean Paul, leicht angesäuselt auf dem Heimweg von der Rollwenzelei nach einem langen Arbeitstag. Foto: Matthias Ose

Der Karikaturist Matthias Ose lässt seiner Fantasie freien Lauf. Im Oktober soll der Kulturbriefkalender 2022 erscheinen. Mit sehenswerten Illustrationen.

Bayreuth - Lange her die Zeiten, in denen das Werk Richard Wagners die bedeutendsten Komponisten und wichtigsten Schriftsteller nach Bayreuth zu einem Besuch der Festspiele lockte. Doch wie stand es um die bildenden Künstler? War auch für die Meister von Pinsel und Leinwand Bayreuth ein Ort mit magischer Anziehungskraft?

Man braucht viel Fantasie, um sich dies vorzustellen. Der Bayreuther Karikaturist Matthias Ose hat sie. Und er hat sich dadurch zu zwölf sehenswerten Illustrationen inspirieren lassen, die Ende Oktober als Kulturbriefkalender 2022 erscheinen sollen. Dahinter stehen Benjamin Breuer von der Bayreuther Buchhandlung Breuer & Sohn sowie der Autor Frank Piontek. Zu dritt hat man seinen fantasievollen Gedanken freien Lauf gelassen. Wie wäre das wohl, wenn Jean Paul, leicht angesäuselt auf dem Heimweg von der Rollwenzelei nach einem langen Arbeitstag zufällig Vincent van Gogh vor die Linse laufen würde? Oder: „Als im Fichtelgebirge noch die Schlote rauchten, war Wassily Kandinsky dort ein stets gern gesehener Gast.” Hmmm. Oder Bayreuths Markgräfin Wilhelmine, die für Gustav Klimt Modell sitzt und dafür in einem von Gold überzogenem Gemälde verewigt wird? Wie würde sich wohl Bayreuths Stadtansicht unter klimatischen Bedingungen wie in Nordafrika und im Stil von August Macke präsentieren?

Unterschiedliche Stile

Man wird ja noch träumen dürfen. Jedenfalls staunt man darüber, wie es Matthias Ose gelingt, in jeder Karikatur, die natürlich seine eigene Handschrift trägt, auch den Stil eines anderen Künstlers zum Vorschein kommen zu lassen. Mit der Bayreuther Kulturszene ist Ose seit 30 Jahren vertraut. Einst hat er für den Heimatkurier gezeichnet, den Bernd Mayer verantwortete. Inzwischen erscheinen seine Karikaturen fast regelmäßig auf der samstäglichen Kommentarseite im Kurier. Überdies illustriert er die Titelseiten des Kulturbriefs der Buchhandlung Breuer, auf denen die Kalenderbilder bereits erschienen sind. Brief und Kalender hängen also eng miteinander zusammen. Benjamin Breuer sagt es so: Wer den Kulturkalender subscribiert, unterstützt damit auch den Kulturbrief in seiner Existenz. Das monatlich erscheinende Heft bietet einen Überblick über viele Termine und enthält feuilletonistische Texte.

Ach ja, ausdrücklich sei darauf hingewiesen, dass Matthias Ose bei seinen Titelillustrationen auf Karikaturen im Stil von Neo Rauch und Hermann Nitsch verzichtet hat.

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