Kulmbacher Landrat Söllner feiert 60.

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Er ist ein Vermittler, er ist umtriebig und er ist meistens gut drauf. Über sich selbst sagt der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner: "Ich bin einer, der versucht, mit allen gut auszukommen." Und das er das tut, zeigt die Vielzahl von Gratulanten, die am Dienstag zu seinem 60. Geburtstag gekommen sind.

Der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner ist am 6. September 60 Jahre alt geworden. Er feierte den runden Geburtstag im DDM im Kreise seiner privaten und der kommunalpolitischen Familie. Befreundete Bürgermeister und Landräte, langjährige Weggefährten, Mitarbeiter des Landratsamts und Vereinsvertreter nahmen an dem großen Empfang teil. Foto: Andreas Harbach Foto: red

Weil Hunderte Besucher aus Politik, Wirtschaft und dem Vereinsleben erwartet wurden, verlegte das Landratsamt die Feier in das Deutsche Dampflokomotivmuseum in Neuenmarkt. Und das war gut so: Die Ausstellungshalle war am Vormittag des 6. Septembers rappelvoll. Die größte Überraschung gelang dem Stadtsteinacher Bürgermeister Roland Wolfrum: Der Stadtrat habe einstimmig beschlossen, Söllner zum Ehrenbürger zu ernennen. Was für ein Geburtstagsgeschenk!

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Erste Berufserfahrung bei der Regierung gesammelt

Dem Landrat, der häufig selbst derjenige ist, der Glückwünsche überbringt, wollten viele nun umgekehrt die persönliche Ehre erweisen. Die Liste der Gäste wäre zu lang, um alle Namen aufzuzählen. Zu den Hauptrednern gehörten Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann. Ihnen gelang es, den 60-Jährigen treffend zu charakterisieren. Söllner ist studierter Jurist und hatte neben der Regierung von Oberfranken (1983 bis 1996) eine berufliche Zwischenstation am Landratsamt Wunsiedel (1985 bis 1987). Seine politische Laufbahn begann er 1990 als Bürgermeister seiner Heimatstadt Stadtsteinach. Das erste Mal zum Landrat wurde er 1996 gewählt.

Am selben Tag Geburtstag wie Franz Josef Strauß

Piwernetz kennt Söllner aus ihrer ersten Zeit bei der Regierung von Oberfranken: Sie war Söllners Nachfolgerin und wurde Pressesprecherin. Unter den früheren Kollegen habe Söllner wie später als Landrat große Wertschätzung genossen. Söllner habe nicht nur am selben Tag Geburtstag wie Franz Josef Strauß. In seinem Geburtsjahr 1956 habe Real Madrid auch den ersten Europapokal der Landesmeister gewonnen und Dortmund war Deutscher Meister. Was dem bekennenden FC Bayern Anhänger vermutlich nicht ganz so gut gefallen haben dürfte.

Einsatzfreudig, aufgeschlossen, kompetent

Söllner ist ein Mann des Ausgleichs, der lieber in Harmonie als im Streit mit anderen lebt. Einer, der sich intensiv einbringt und selbst beim politischen Gegner auf Respekt stößt, so Piwernetz. Der Träger der Kommunalen Verdienstmedaille in Silber habe sich in seiner 20-jährigen Amtszeit für die heimische Wirtschaft stark gemacht und europäische Fördermittel in den Landkreis Kulmbach geholt. Er unterstütze die heimischen Museen, Kultur und Tourismus und setze sich für Umwelt- und Klimaschutz ein. Ein aufgeschlossener und kompetenter Gesprächspartner, ein Netzwerker, der 36 Millionen Euro aus der gewerblichen Kommunalförderung in den Landkreis geholt habe und damit Arbeitsplätze gesichert und geschaffen habe. Und sogar Söllners heimliche Leidenschaft, das Schnupfen, blieb nicht unerwähnt. "Möge dir die Freude am Amt und im Umgang mit den Menschen erhalten bleiben", sagte Piwernetz zu Söllner, der zudem Vorsitzender der Genussregion und von Bierland Oberfranken ist.

Sieben Tage Woche ist die Normalität

Söllners Stellvertreter Kunstmann würdigte dessen "außerordentliche Lebensleistung". Wer Landrat sei, habe eines der zeitintensivsten Ämter überhaupt. Die extreme Arbeitsbelastung führe dazu, dass eine sieben Tage Woche mit zahlreichen Abendterminen Normalität sei. Wochenenden mit 20 Terminen seien keine Seltenheit. Trotzdem erfülle Söllner seine Aufgaben mit größtem Engagement und letztlich mit Erfolg: Über die Regionalförderung seien in den vergangenen 20 Jahren 41 Millionen Euro in 133 Vorhaben geflossen, mit einem Investitionsvolumen von 425 Millionen Euro. Das Klinikum habe die Patientenzahlen um fast 34 Prozent gesteigert, zehn neue Fachabteilungen gegründet und die Bettenzahlen erhöht. 1450 Mitarbeiter beschäftige das Krankenhaus, in das 127 Millionen Euro investiert wurden, und dass "vor dem Hintergrund von positiven Zahlen Jahr für Jahr". Mit politischen Instinkt, Integrationsfähigkeit und diplomatischem Geschick habe Söllner den Kreis nach vorne gebracht. Nach dem Motto "Konstruktive Kommunikation anstatt Konfrontation" gehe er auch mit den Kollegen im Kreistag um.

Volkstümlich, menschlich und geschickt im Verhandeln

Volkstümlich, menschlich, geschickt im Verhandeln, das sind Eigenschaften, die Söllner auszeichnen. Mitunter vielleicht ein wenig zu konfliktscheu, wie er im Mai in einem Kurier-Interview einräumte. "So viel Lob und wohlwollende Worte habe ich gar nicht verdient. Landräte sind eine ganz besondere Spezies", sagte er in seinen Dankesworten.Söllner gab das Lob an seine Landratskollegen und oberfränkischen Bürgermeister weiter. "Jeder von ihnen weiß, was es heißt, eine 80 bis 100 Stunden Woche zu haben."

Auf seine Mitarbeiter im Landratsamt ist er stolz: "Nur weil ich euch habe, können wir etwas für die Bürger leisten." Mit den Oberbürgermeistern der Stadt Kulmbach habe er mehr Zeit verbracht als mit seiner Gattin Ilse. Auf die Bundes- und Landesbühne ziehe es ihn nicht, sagte der Landrat. Dafür sei er viel zu vermittelnd: Er wolle Brücken bauen und keine harten Auseinandersetzungen führen.

Söllner ist bescheiden und bodenständig geblieben, eine gesellige Frohnatur, gesegnet mit einer außerordentlich guten Gesundheit. Er besitzt noch immer die Kondition eines Sportlers. Von Amtsmüdigkeit keine Spur. Wenn das so weitergeht, schafft er den Endspurt bis 2020 locker.

Und das sagen die anderen:

"Du bist für uns ein Vorzeige-Freier Wähler. Du kannst die Menschen zusammenführen. Und du hast tatsächlich etwas vom Habitus eines Franz Josef Strauß, der war auch viel unterwegs und volkstümlich."

(Hubert Aiwanger, Bundes- und Landesvorsitzender der Freien Wähler)

 "Wir haben Gemeinsamkeiten und sind uns sympathisch. Hie und da treffen wir uns in der Allianzarena, manchmal sind wir dort fast beschlussfähig. Bleibe wie du bist, dann müssen wir uns keine Sorgen machen."

(Christian Bernreiter, Landrat von Deggendorf, Vorsitzender Landkreistag)

 "Der Klaus ist ein guter Kerl. Wir haben schon so manche Schlacht gemeinsam geschlagen. Ich haben wohl mit niemandem mehr Zeit verbracht im politschen Leben als mit dir."

(Henry Schramm, Oberbürgermeister der Stadt Kulmbach, CSU-Kreisvorsitzender)