Der Stadel

Am 1. Juli hat bereits der Aufbau begonnen. "Es ist alles gut gelaufen", sagt Michael Schmid im Gespräch mit der Frankenpost. Nach dem Abschluss aller Bauarbeiten am umgestalteten EKU-Platz wurde der neue Bierstadel, der 2018 seine Premiere hatte, heuer zum ersten Mal unter regulären Bedingungen errichtet. "Der Aufbau braucht einfach seine Zeit", sagt Schmid. Die Arbeiten liegen gut im Plan.

Im Zelt sind zuletzt die Schanktechnik und Holzverkleidungen installiert worden. Draußen nimmt der Biergarten schon Gestalt an. Und die Frankenfarm ist dabei, die Küche aufzubauen. "Dann fehlen nur noch Bühne, Licht und Ton", sagt der Organisator. Der Balkon über dem Haupteingang wird wie im Vorjahr aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich sein.

Das Bier

Eingebraut ist es längst. Diplom-Brauingenieur Hermann Nothhaft, Leiter der Technologie und Qualitätssicherung in der Kulmbacher Brauerei, kennt die Rezepte für die drei Festbiere von Kulmbacher, Mönchshof und EKU. Für die Sude brauche es Spezialmalze und Aromahopfen. Sie werden mit kalt vergärender Hefe angestellt und sind traditionell hoch vergoren, erklärt der Brauexperte. Derzeit reifen sie in den kalten Lagertanks. Wie das Festbier schmeckt, wird sich am Dienstag beim Probeanstich zeigen. Für Weißbierfreunde gibt es zur Bierwoche das obergärige Kapuziner-Weizen.

Der Bierpreis

8,70 Euro kostet die Maß in diesem Jahr. Das sind 30 Cent mehr als 2018. Der Biermarkenverkauf läuft in der Verwaltung der Kulmbacher Brauerei in der Lichtenfelser Straße seit dem 1. Juli. Die Wertmarke gilt als die härteste Währung der Bierstadt. Zwei Drittel aller Maßen werden mit Biermarken bezahlt statt mit Bargeld, teilt die Brauerei mit.

Die Musik

Es gehört zur Tradition, dass die Stadtkapelle Kulmbach die Bierwoche eröffnet. So wird es auch am Samstag, 27. Juli, sein. Eine andere Tradition ist hingegen zu Ende gegangen. Die Isartaler Hexen haben 2018 ihre Abschiedstour hinter sich gebracht. Sie gehörten seit 2003 zu den Stimmungsgaranten im Stadel. "Wir schauen nach vorne", sagt Organisator Michael Schmid und freut sich auf die diesjährigen Bands und Kapellen. Am Eröffnungsabend haben die Fetzentaler ihre Premiere im Kulmbacher Bierstadel. Sie versprechen Partyhits und Showeinlagen.

Am Sonntag, beim großen Festzug mit den Fanclubs, spielen die einheimischen Kapellen viel Marsch- und Blasmusik. Sonntagnachmittag hat die Pressack-Combo ihren Auftritt. Abends bringt die Münchner Zwietracht bei ihrem Kulmbach-Debüt Partystimmung ins Zelt. Ebenfalls zum ersten Mal ist bei der Bierwoche am Dienstagabend der Aalbachtal-Express dabei.

Einer der Höhepunkte ist der Generationennachmittag am Dienstag, 30. Juli. "Es sind noch Karten zu haben", sagt Michael Schmid. In diesem Jahr treten die Geschwister Niederbacher aus dem Pustertal und der Südtiroler Rudy Giovannini auf. Mit der Band Safari geht es am Dienstag um 12 Uhr los.

An den restlichen Abenden sind nach Auskunft der Brauerei altbekannte und bewährte Bierwochen-Bands am Start: die Wilderer, die Joe-Williams-Band, die Stoapfälzer Spitzbuam und die Eslarner Showband.

Das Jubiläum

Wer zurückrechnet, kommt schnell auf den Holzweg. 2019 feiert die Kulmbacher Bierwoche ihr 70-jähriges Bestehen. Die Premieren-Veranstaltung war aber nicht 1949. Sie fand zehn Jahre früher im Kriegsjahr 1939 statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte das Bierfest 1950 seine Neuauflage. 1952 musste es wegen einer Kinderlähmungsepidemie ausfallen, seitdem wird Jahr für Jahr aufs Neue gefeiert.