Kulmbacher Bierwoche Blasmusik, Bier und Bratwürste

Stephan Herbert Fuchs
Am Samstag beginnt in Kulmbach die Bierwoche. Die Musiker haben sich bereits schon einmal warm gespielt und folgten dabei einer alten Tradition in der Bierstadt. Foto: Stephan Herbert Fuchs (14)

An diesem Samstag beginnt in Kulmbach die Bierwoche. Die Musiker haben sich bereits schon einmal warm gespielt und folgten dabei einer alten Tradition in der Bierstadt.

Mit der Bierfestserenade auf dem Marktplatz hat die Stadtkapelle nach zwei Jahren Pause am Donnerstagabend eine lieb gewonnene Tradition wieder aufgenommen. Altbekannte Märsche und Polkas wie der Kaiserjäger-Marsch oder der Tölzer Schützenmarsch, standen dabei genauso auf dem Programm, wie breite Symphonik mit der Lustspielouvertüre von Béla Kéler oder große Oper mit bekannten Arien und Chören von Giuseppe Verdi. Mit dem „Böhmischen Traum“ von Norbert Gälle hatte die Stadtkapelle unter ihrem langjährigen Dirigenten Thomas Besand auch den absoluten Mega-Hit der Blasmusik im Programm.

Gedacht ist das Ganze als willkommene musikalische Einstimmung auf die Bierwoche als das größte Fest, das es in Kulmbach gibt. Klassisch, traditionell, aber auch ein wenig modern, so lautete das Motto. Es war eigentlich viel mehr als eine Serenade, es war ein zweistündiges Konzert, kein Standkonzert, sondern ein hochklassiges Open Air, das zeitweise mehrere Hundert Zuhörer auf dem Marktplatz verfolgten.

Langjährige Serenaden-Fans hatten ihren aufklappbaren Campingstuhl dabei. Bis in die Dunkelheit hinein erfüllte das große Blasorchester die Innenstadt mit einer abwechslungsreichen Mischung bekannter Melodien, wie gewohnt stets perfekt einstudiert von Thomas Besand. Er leitet den Klangkörper bereits seit 1991 und wurde erst kürzlich beim Konzert zum 170-jährigen Bestehen zum Ehrendirigenten ernannt.

So sorgte die Stadtkapelle beispielsweise mit dem Florentiner Marsch von Julius Fucik für italienisches Flair auf dem Marktplatz. Südländische Klänge gab es mit dem „Spanischen Zigeunertanz“ von Pascual Marquina Narro und für die Neue Welt stand ein großer George-Gershwin-Querschnitt. Bei der letzten Zugabe, dem Deutschmeister-Regimentsmarsch von Wilhelm Jurek war es schon so dunkel, dass die Musiker gerade noch ihre Noten lesen konnten, dafür war der Marktplatz traumhaft beleuchtet.

Die Serenade gab der Blasmusikszene nach den zwei ruhigen Corona-Jahren wieder Klang und Gesicht. Dafür stand auch der Besuch von Thomas Kolb, dem Vizepräsidenten des Nordbayerischen Musikbundes. Hatte doch so manche Formation, ähnlich wie Sportvereine oder andere Zusammenschlüsse, in den zurückliegenden Monaten sehr gelitten.

Diejenigen, die ohnehin aus Altersgründen aufhören wollten, haben das auch getan. Nachwuchs gab es mangels Veranstaltungen kaum. Insofern war der Abend auch allerbeste Werbung für die Stadtkapelle als das Aushängeschild Kulmbachs.

 

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