„Das ganze Leben ist ein Kraus – und auf einmal wurde er Papa!“ So könnte man das aktuelle Programm des fränkischen Kabarettisten Klaus Karl-Kraus umschreiben, das er am Freitagabend den nur spärlich erschienenen Besuchern in der Dr. Stammberger-Halle bot. Schade eigentlich, denn KKK bot zwei Stunden lang ein witziges und auch sehr unterhaltsames Programm.

Die Utensilien, die Klaus Karl-Kraus diesmal dabei hatte, haben zugenommen: Neben dem obligatorischen Fanschal des 1. FC Nürnberg und der Gitarre waren da noch ein Strampelanzug und ein Plüschbär. Von Beginn an schlägt er ganz bewusst private und bisweilen auch leise Töne an. Der Kabarettist entführte die Besucher in eine Welt durchwachter Nächte, kindlicher Sprachakrobatik oder auch provozierenden Eigenwilligkeit. Immer wieder packte er Passagen aus der eigenen Kindheit mit in seine Er-zählungen. Kinder können das ganze Leben verändern, doch der Generationsvertrag stimme längst nicht mehr, weil die Oma, die früher als Babysitter fungierte, jetzt lieber mit ihrem Lebensabschnittsgefährten lieber nach Teneriffa fliegt. Er hat sich auf die Schwangerschaft eingelassen, wie Klaus Karl-Kraus feststellt, und für die 18 Stunden im Kreissaal eigens einen Notfallkoffer zurechtgepackt.

Früher waren halt noch andere Zeiten und das erklärte Klaus Karl-Kraus auch damit, dass man vor zehn Jahren noch keine Chefin im Hosenanzug hatte. Woher die Bundeskanzlerin allerdings ihre Jacken nimmt, das konnte KKK nicht beantworten: „Aus der Altkleidersammlung nicht, denn die schmeißt keiner weg. “ Als besonders hässlich empfand er dabei die Farbe „Drei- Tage-Lachs-Tod“.

Das Kind im Manne

Er durchblättert die Seiten des Familienalltags mit all seinen kleinen und mittleren Katastrophen und entdeckt dabei das Kind im Mann. „Papa, sag ja!“ ist auch die verführerische Einladung, die Welt jenseits des Windel-Klettverschlusses zu entdecken. Das Kind im Manne verbündet sich auf dieser Reise mit dem eigenen Nachwuchs. Klaus Karl-Kraus liefert eine geniale Mischung aus derbem fränkischen Humor, politischem Gewissen und analytischem Scharfsinn. Hinter jedem Witz steckt meist eine tragische Wahrheit unter der komischen Oberfläche. rei