Es war ein hartes Ringen im Stadtrat um die von der Verwaltung vorgelegte erste Grobplanung für die Umgestaltung des Areals rund um das ehemalige Kaufplatzgelände, für das mindestens acht Millionen Euro ausgegeben werden sollen. Nicht nur der Weiße Main soll sich demnach mäandernd durch das Stadtviertel in diesem Bereich ziehen, sondern auch die Fritz-Hornschuch-Straße. Die schlängelt sich in der Planung ebenfalls in mehreren sanften Kurven zwischen Bahnhof und Kressenstein. „So fährt man eigentlich nur, wenn man nach dem Bierfest heimfährt“, hat einer scherzend kommentiert. 3. Bürgermeister und Fraktionschef der WGK Ralf Hartnack hat allerdings nicht gescherzt, als er sagte, diese Planung lasse sich der Bevölkerung in Kulmbach wohl nicht verkaufen. Es sei schwer zu vermitteln, warum man mehr als drei Millionen Euro in den Umbau einer Straße stecken will, die erst vor 20 Jahren ganz neu gestaltet worden war. Und 2. Bürgermeister Frank Wilzok (CSU) setzte noch einen obendrauf: „Wieso bauen wir den Garten, bevor wir die Häuser bauen? Das macht doch kein Mensch so!“, merkte er an. In einer heftigen Diskussion zeichnete sich in der jüngsten Sitzung des Kulmbacher Stadtrats schon sehr frühzeitig ab, dass es wohl keine Mehrheit geben würde für die aus dem Bauamt vorgelegte erste Planung. Es wurde hart gerungen, bis am Ende ein Kompromiss herauskam, dem sich fast alle Ratsmitglieder anschließen konnten. Eine Unterbrechung der Sitzung musste eingeschoben werden, damit sich die Gruppierungen untereinander absprechen konnten.
Kulmbach Stadtrat kippt ein „teures Luftschloss“
Melitta Burger 06.06.2025 - 15:00 Uhr