Oliver Trelenberg ist mittlerweile Frührentner "auf Hartz-4-Niveau" und lebt in einer kleiner Mietwohnung, wie er berichtet, kann sich damit aber arrangieren. "Ich kämpfe täglich mit den Langzeitfolgen meiner Krebserkrankung: Kurzatmigkeit, Mundtrockenheit und bei jedem Schluck Flüssigkeit und jedem Bissen die Gefahr zu ersticken, weil die Luftröhre nicht mehr verschlossen wird. Zudem bin ich jetzt über 17 Jahre ,trockener Alkoholiker‘, anhaltend zwar abstinent, aber meine Lebensgeschichte macht mir weiterhin schwer zu schaffen. Deshalb besteht dauerhaft ein erhöhtes Rückfallrisiko wieder zu trinken. Meine seelische Erkrankung ist weiterhin behandlungsbedürftig."
Zudem plagen ihn die Schuppenflechte und eine Sehnervkrümmung, Verdacht auf grünen Star und eine beginnende Schultersteifheit. "Meine körperlichen und seelischen Belastungsgrenzen sind sehr schnell erreicht."
Deshalb hat er vor drei Jahren einen Entschluss gefasst: "Eine Krebserkrankung bringt sowohl für Betroffene als auch für Angehörige, Partner und Familie Veränderungen mit sich. Schweren Herzens habe ich entschieden, dass ich niemandem (mehr) zur Last fallen will, deshalb gehe ich ab jetzt ,den Rest‘ alleine."
Auf seiner diesjährigen Radrundfahrt macht Trelenberg auf die Aktion "Flying Hope" aufmerksam. 2020 ist er zwei Monate später als die Jahre vorher gestartet, da Übernachtungsmöglichkeiten in der Corona-Pandemie ausgeschlossen waren. Das Büro des Oberbürgermeisters von Hagen hatte die Stadt Kulmbach angeschrieben, dass Trelenberg in Kulmbach Station und - seit 6. Juli unterwegs - auch hier seine erste zweitägige Rast machen würde. Für Bürgermeister Wilzok war es deshalb auch eine Selbstverständlichkeit, den Benefiz-Reisenden am Rathaus zu empfangen und ein Quartier für ihn zu besorgen. Die Stadt werde auch eine Spende für "Flying Hope" überweisen und die kleinen Erinnerungsgeschenke an seine Privatadresse schicken, sagte Wilzok zu.
Am heutigen Montag wird Trelenberg Richtung Hof aufbrechen und wird am 26. September zurück in Hagen erwartet.