Blutsauger aus dem Wald Der Leiter des Gesundheitsamtes erklärt, wie man sich vor Zeckenbissen schützt

KULMBACH. Wie fast ganz Bayern ist auch der Landkreis Kulmbach ein Zecken-Risikogebiet. Der Leiter des Gesundheitsamts rät zur Vorsicht, sieht aber keinen Grund zur Panik.

Ein Spaziergang im Wald, Picknick im Grünen, Versteckspielen mit den Kindern im Gebüsch – ein Ausflug in die Natur vereint Spaß und Erholung. Wälder und Wiesen sind auch das Zuhause von heimtückischen Blutsaugern: Zecken haben jetzt Hochsaison. Die Parasiten können vor allem den Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME) und Borrelien übertragen. „Im Landkreis Kulmbach werden seit zwei Jahrzehnten ein bis vier FSME-Fälle pro Jahr nachgewiesen“, erklärt Dieter Weiss, ärztlicher Leiter der Abteilung Gesundheitswesen im Landratsamt Kulmbach. Eine Impfung schützt vor FSME. Doch ist es dafür zu spät, kann die Virusinfektion eine Hirnhautentzündung auslösen. Deshalb sollten sich vor allem Menschen, die sich viel in der Natur aufhalten, vorsorglich impfen lassen. „Meine Frau liebt Gartenarbeit und wurde pro Jahr von 20 Zecken gebissen. Deshalb ist sie längst geimpft, genau wie die Kinder und ich“, sagt Weiss.

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Wie bei einer Grippe

Die Symptome von FSME sind oft wie bei einer Grippe, zum Beispiel Abgeschlagenheit, Fieber und Gelenkbeschwerden. Treten allerdings starke Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit und Nackensteifheit auf, ist Vorsicht geboten – denn die Beschwerden weisen auf eine Hirnhautentzündung hin. Pro Jahr erkranken in Deutschland rund 300 Menschen an FSME, bayernweit etwa 130. Gegen die von Zecken ebenfalls übertragene Borreliose kann man sich zwar nicht vorher impfen, aber die Krankheit kann mit Antibiotika behandelt werden. „Wer gebissen wurde und Gelenk-, Seh- oder Herzprobleme bekommt, sollte zum Arzt gehen“, rät Weiss. Eine Infektion mit Borrelien erkennt man an der „Wanderröte“.