Kulmbach Arbeitsmarkt bekommt die Energiekrise zu spüren

red
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist etwas zurückgeangen. Foto: picture alliance / dpa/Uwe Anspach

Insgesamt geht die Zahl der Arbeitslosen zurück, doch es werden auch weniger Menschen eingestellt. Betroffen davon ist vor allem eine Branche.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Landkreis Kulmbach im Vergleich zum Vormonat wieder leicht gesunken. Das geht aus dem aktuellen Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof hervor. Demnach hätten sich viele junge Menschen, die sich im Sommer arbeitslos gemeldet hatten, zu Beginn des neuen Schuljahres wieder abmelden. Auch die Zahl der Arbeitsaufnahmen stieg gegenüber dem Vormonat, heißt es in dem Bericht.

Viele Arbeitslosenmeldungen seien aus individuellen Gründen erfolgt und es sei absehbar, dass die Arbeitslosigkeit nur von kurzer Dauer sein werde. Häufig hätten sich Beschäftigte sich arbeitslos gemeldet, weil ihr Anspruch auf Krankengeld erschöpft ist und sie ihre frühere Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Die ersten Saisonarbeitnehmer haben sich für den Winter arbeitssuchend gemeldet. Fast alle davon hätten die Zusicherung ihrer früheren Arbeitgeber, im Frühjahr wieder eingestellt zu werden.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging etwas zurück. 128 neue Angebote wurden im September gemeldet, 30 weniger als im August und 28 weniger als im Vorjahresmonat. Nach wie vor gebe es deutlich mehr offene Stellen für Fachkräfte. Händeringend wird Fachpersonal aller Berufe für den medizinischen und pflegerischen Sektor gesucht. Auch der soziale Bereich habe großen Bedarf. Weiterhin gefragt sind Kräfte für die Hotel- und Gaststättenbetriebe.

Die versicherungspflichtige Beschäftigung ging im Landkreis Kulmbach gegenüber dem Vorquartal zurück. Zum Stichtag 31. März waren 28 904 Männer und Frauen beschäftigt, 97 Personen weniger als zuvor. Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat die Beschäftigung mit einem Plus von 653 Arbeitnehmern aber deutlich zugelegt. Mit 262 Beschäftigten mehr gab es den stärksten Zuwachs im Verarbeitenden Gewerbe, überwiegend im Bereich der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie. Das Gesundheitswesen legte um 113 Beschäftigte zu, der Bereich Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen um 106. Der Bereich Heime und Sozialwesen hat mit 84 Personen die meisten Beschäftigten verloren. „Während die Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich rückläufig ist, steigt sie in den Jobcentern, bedingt durch ukrainische Geflüchtete, weiter an“, sagt Sebastian Peine, Chef der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof. Aktuell sind im Agenturbezirk Bayreuth-Hof 2 695 geflüchtete Ukrainer im erwerbsfähigen Alter registriert. 1319 Personen sind arbeitslos und suchen nach einer Beschäftigung. Dies zeigt sich insbesondere auch im Vorjahresvergleich. Gegenüber September 2021 sind 77 Prozent mehr ausländische Arbeitslose zu verzeichnen.

13 135 Personen waren von Unterbeschäftigung betroffen, 24 mehr als im Vormonat und 872 mehr als im Vorjahresmonat. „Die aktuellen Zahlen sind durchaus noch positiv, die Entwicklungen lassen jedoch erste Anzeichen einer Eintrübung erkennen. So lag die Zahl der Arbeitslosen insgesamt zum dritten Mal in Folge über dem Vorjahresniveau. Insbesondere von Firmen aus energieintensiven Branchen ist aktuell eine deutliche Zurückhaltung zu spüren, ebenso wie von Baufirmen und Handwerksbetrieben, da Aufträge bedingt durch Preissteigerungen storniert oder verschoben werden“, erklärt Peine.

 

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