KSB feiert 150. Geburtstag Ein großes Fest für die Mitarbeiter

Die Gießerei bei KSB in Pegnitz ist zwar der älteste Unternehmensteil, hilft dem Konzern aber sehr bei den gerade bestehenden Problemen in den Lieferketten. Foto: red/Robert Kwiatek

Eigentlich hätte es ja schon voriges Jahr soweit sein sollen. Schließlich wurde KSB 1871 gegründet. Doch wegen Corona wurde die 150-Jahr-Feier verschoben. Nun feiert der Armaturen- und Pumpenhersteller an vielen Standorten weltweit sein Jubiläum am 16. Juli – auch in Pegnitz.

Und da wird jede Menge los sein, denn das Unternehmen rechnet mit 6000 bis 7000 Besuchern, sagt Standortleiter Harald Hofmann. Ein klassischer Tag der offenen Tür wird es aber nicht sein, betont er. Eingeladen sind alle aktuell rund 1500 Mitarbeiter mit ihren Familien sowie die KSB-Pensionisten.

„Einen Tag der offenen Tür könnten wir schon aus rechtlichen Gründen nicht mit vertretbarem Aufwand durchführen“, erklärt der scheidende Konzern-Kommunikationschef Wilfried Sauer: „Wir müssten dem Zoll jederzeit mitteilen könne, wo sich wer auf dem Firmengelände befindet. Das ist nicht machbar.“

Stolz drauf

Überhaupt solle das Fest ein Dankeschön an die Mitarbeiter sein, sagt Sauers Nachfolgerin Sonja Ayasse. Dafür nimmt der Konzern allein für die deutschen Standorte laut Sauer eine nennenswerte siebenstellige Summe in die Hand. Von 13 bis 17 Uhr sind am 16. Juli die Hallen geöffnet, können die Beschäftigten ihren Verwandten ihren Arbeitsplatz zeigen. Dabei wurde eine Art Schichtdienst eingerichtet, um die Fabrik auch in Aktion zeigen zu können. „Es war kein Problem, für die gesamte Organisation rund 300 Mitarbeiter zu finden, die mitmachen. Die sind stolz darauf, zeigen zu können, was sie hier so machen“, sagt Hofmann.

Nach 17 Uhr soll sich das Geschehen dann aus den Hallen auf einen eigens eingerichteten Festplatz verlagern, auf dem es auch Grußworte von Ehrengästen geben wird. Außerdem spielt zunächst das Werksorchester, dann eine Band, ehe gegen 22.30 Uhr ein Feuerwerk den Abend beschließt.

Minister Aiwanger kommt

An Ehrengästen werden unter anderem dabei sein: Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, der KSB-Finanzchef Matthias Schmitz, Verwaltungsratsvorsitzender Oswald Bubel und Klaus Kühborth von der Eigner-Familie.

Standortleiter Hofmann findet besonders spannend, dass man bei dem Fest in Pegnitz den Spannungsbogen zwischen Tradition und Zukunft sehr anschaulich machen könne. „Wir können zeigen, wo wir unsere Wurzeln haben, aber auch, wie wir uns entwickelt haben – besonders rasant in den vergangenen Jahren.“

Von der Gießerei zur digitalen Fabrik

Hier die Gießerei, deren Wurzeln auf den Standort zurückgehen, den die Nürnberger „Armaturen- und Maschinenfabrik AG“ (Amag) 1890 errichtete, ehe die KSB sie 1934 übernahm. Dort die additive Fertigung mittels 3-D-Metalldruck oder die digitale Fabrik, für die Pegnitz innerhalb des KSB-Konzerns mit seinen rund 15.000 Mitarbeitern weltweiter Pilot-Standort ist. „Es steht außer Frage, dass Pegnitz als größter europäischer Produktionsstandort der KSB weiter technologisch ausgebaut wird“, sagt Hofmann im Gespräch mit dem Kurier.

Hilfe bei gestörten Lieferketten

Wobei Altes auf keinen Fall altes Eisen bedeute, betont Hofmann. So sei man sehr froh, noch eine eigene Gießerei zu haben in Zeiten weltweit gestörter Lieferketten. „Diese große Wertschöpfungstiefe hilft uns da sehr.“ Dennoch sei der Standort natürlich auch weiterhin im Wandel. Der manchmal nicht so schnell möglich sei, wie es angesichts der aktuell epochalen Veränderungen eigentlich nötig wäre.

„Auf Gas können wir trotz aller Anstrengungen in Richtung anderer Energieträger in der Gießerei nicht adhoc verzichten. Ein Ausfall hätte fatale Auswirkungen, da wir hier Teile für den gesamten Konzern produzieren“, warnt Hofmann. Das werde man auch Minister Aiwanger bei seinem Besuch zu vermitteln versuchen.

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