Neben der vorgezogenen Bundestagswahl könnte auch die Weltpolitik ein Grund für den Anstieg der registrierten Straf- und Gewalttaten sein. Das LKA nannte vor allem den fortdauernden Angriffskrieg Russlands in der Ukraine, aber auch die anhaltenden Konfliktlagen im Nahen und Mittleren Osten. Insbesondere der Nahostkonflikt, Pro-Palästina-Demonstrationen und die Auseinandersetzung Israels mit Iran hätten auch in Bayern zu einer teilweise hoch emotionalisierten Agitation geführt, teilte das Landeskriminalamt mit.
Grüne: Das sind Angriffe gegen unsere Demokratie
Grünen-Landtagsfraktionschefin Katharina Schulze sagte: "Es kann nicht sein, dass Menschen, die sich in Bayern politisch engagieren, die oft ehrenamtlich tätig sind, Angst haben müssen. Aber genau das ist die Realität." Die aktuellen Zahlen zeigten eine neue Dimension - und auch die Gewalt nehme zu. "Das sind nicht nur Angriffe auf einzelne Parteien oder unliebsame Positionen – das sind Angriffe gegen unsere Demokratie! Umso klarer müssen wir uns dem entgegenstellen", betonte sie. Anzeigen müssen schnell und einfach auch online möglich sein, Betroffene unkompliziert unterstützt werden. "Und wir müssen zurück zu einem guten gesellschaftlichen Miteinander und fairen politischen Debatten über die Parteigrenzen hinweg", mahnte Schulze.
Die Polizei und die Sicherheitsbehörden im Freistaat rüsten sich jedenfalls weiter für den Kampf gegen politisch motivierte Kriminalität, egal welcher Couleur. Bei den Straftaten aus dem rechten Spektrum sei beispielsweise davon auszugehen, dass auch in diesem Jahr die sogenannte Hasskriminalität einen großen Anteil an den Fallzahlen einnehmen werde. Auf der linken Seite stünden insbesondere Entwicklungen im Fokus, in denen antimilitaristische oder antikapitalistische Ideen in konkrete Aktionen mündeten.