Kriminalität Wagner-Musik soll ZOH sicherer machen

Antonia Störkmann , aktualisiert am 19.11.2025 - 11:57 Uhr

Durch die Beschallung mit klassischer Musik soll die Zentrale Omnibushaltestelle sicherer gemacht werden – so ein Vorschlag der Bayreuther Stadtverwaltung. 

Wo sind dunkle Ecken, wie kann die Sicherheit an der Bayreuther ZOH gewährleistet werden? Diese Fragen sollen im Haupt- und Finanzausschuss beraten werden. Foto: Redaktion

An der Zentralen Omnibushaltestelle (ZOH) herrscht Unsicherheit – sagt zumindest ein Antrag der Bayreuther Gemeinschaft (BG). Um dieses Gefühl anzugehen, hat die Verwaltung der Stadt nun Vorschläge ausgearbeitet. Unter anderem diesen: den Ort mit klassischer Musik – zum Beispiel mit der von Richard Wagner, das sei wegen des 150-Jubiläums aktuell passend – zu bespielen. Darüber berät am Donnerstag der Haupt- und Finanzausschuss des Bayreuther Stadtrats. 

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Das ist geplant

Wagner-Musik, die, so die Verwaltung, die „dezent" den unteren Teil der Maxpassage beschallen soll, mache den Aufenthalt für junge Menschen unattraktiver. Und ziehe gleichzeitig Kulturinteressierte und Touristen an. Ob die GEMA da mitspielt, sei aber noch zu klären. 

Und noch weitere Vorschläge stehen in dem bereits vorliegenden Beschlussvorschlag. Dunkle Ecken stärker ausleuchten. In Deeskalation geschulte Stadthelfer einzusetzen, die das Gebiet patrouillieren. Diese könnten, heißt es weiter, auch junge Menschen, „teilweise mit Migrationshintergrund" ehrenamtlich übernehmen."  

Der letzte Vorschlag ist umzubauen. Die Bänke, auf denen die Leute sitzen, um auf den Bus zu warten, so umzugestalten, dass "Liegen darauf nicht möglich ist“. Diese, im Städtebau auch als „defensive Architektur“ bezeichneten Maßnahmen schaffen, wie auch die Bundesregierung sagt, Barrieren im öffentlichen Raum. Von denen nicht nur wohnungslose Menschen betroffen sind, sondern vor allem auch, ältere sowie Menschen mit Behinderungen.  

Der Hintergrund

In ihrem Vorschlag unterscheidet die Verwaltung zwischen der objektiven – also der tatsächlichen – und der subjektiven – der gefühlten – Sicherheit. Die objektive Sicherheit, also die tatsächliche Anzahl von Straftaten, beschreibt sie dabei durch „konsequentes polizeiliches Einschreiten“ als insgesamt stabil. Das subjektive Gefühl von Sicherheit könne jedoch ein anderes sein, räumt die Verwaltung ein und führt mehrere Gründe dafür an: die hohe Frequentierung – etwa sechs Millionen Fahrgäste im Jahr nutzen den Ort, Schüler nutzten den Ort in den Morgenstunden gerne zum Kräftemessen, Menschen aus sozialen Randgruppen träfen sich hier häufiger. All dies könnte zu Verunsicherung bei den übrigen Fahrgästen und dem Personal führen. 

Dabei hätten die, Sicherheitskräfte die ZOH bereits im Auge, seien häufiger vor Ort. Dass sie öfter da sind, kann aber genau das Gegenteil bewirken. So erklärt es die Verwaltung: "Die Streifengänge dieser Ordnungskräfte werden fälschlicherweise so wahrgenommen, als wäre eine konkrete Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung Anlass dieser Präsenz." 

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Auch die Polizeiinspektion Bayreuth bestätigte auf Nachfrage dieser Redaktion im Oktober, dass die ZOH kein Kriminalitäts-Hotspot sei. Trotzdem setzten Stadt und Polizei bereits Maßnahmen um, um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen. Unter anderem kontrollierten Polizei und Stadtwerke an der ZOH häufiger. Zusätzlich gebe es Hilfsangebote für Jugendliche und Menschen mit schwierigem sozialem Hintergrund. Unter anderem sei die Mobile Jugendarbeit der Stadt regelmäßig vor Ort und versuche bei typischen Ordnungsstörungen wie Müll oder Lärm zu intervenieren.

Die BG forderte in ihrem Antrag, zu prüfen, ob die ZOH mit Kameras überwacht werden könne. Das verneint die Verwaltung: Bereits installierte Überwachungskameras seien aus Gründen des Datenschutzes wieder entfernt worden. „Die Stadt Bayreuth und die Stadtwerke Bayreuth würden die Installation von Videokameras grundsätzlich befürworten“, heißt es aber weiter.

Was nun kommt, Musik, mehr Patrouillen oder Umbauten, ist noch nicht klar: Darüber berät der Haupt- und Finanzausschuss am kommenden Donnerstag, bevor es am 26. November auf die Tagesordnung im Stadtrat kommt.