Selenskyj nennt Wadephul-Besuch "starkes Signal"
Selenskyj bedankte sich bei dem Treffen mit Wadephul für die deutsche Hilfe. Den Besuch des Außenministers bezeichnete er als "starkes Signal". Wadephuls ukrainischer Kollege Andrij Sybiha zeigte dem CDU-Politiker im Außenministerium eine Ausstellung mit in der Ukraine entwickelten Drohnen und anderen Waffen. Die Kooperation in diesem Bereich ist ein Schwerpunkt der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit.
"Ungewöhnliche Wege" der Diplomatie ausloten
Relativ wenig war während des Besuchs von den ins Stocken geratenen diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs die Rede. Wadephul sagte, er wolle in der kommenden Woche mit seinem US-Kollegen Marco Rubio darüber sprechen. "Ich setze darauf, dass die USA weiter bereit sind, eine aktive Rolle hier auch zu spielen in den Verhandlungen mit der Ukraine." Zuletzt schien Washington das Interesse allerdings verloren zu haben - gerade angesichts des für US-Präsident Donald Trump viel wichtigeren und ebenfalls schwer lösbaren Konflikts mit dem Iran.
Wadephul sagte, dass Deutschland, Frankreich und Großbritannien weiterhin sehr eng zusammenarbeiten würden, um zu Verhandlungen zu kommen. "Ich glaube, wir brauchen die Bereitschaft dazu, auch ungewöhnliche Wege zu gehen", sagte Wadephul, ohne konkreter zu werden. "Wir müssen auf allen Wegen versuchen, Gespräche zu initiieren. Das scheitert derzeit an Moskau."
Vierter Besuch seit Amtsantritt
Wadephul ist zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt vor 16 Monaten in dem Land. Der Besuch wurde aus Sicherheitsgründen wie üblich nicht öffentlich angekündigt. Selenskyj dankte Wadephul für sein Kommen - und "für seine bevorstehende Reise in Regionen der Ukraine, in denen die Situation wegen russischen Beschusses schwierig ist".