Krasser Außenseiter Medi-Team muss zum Deutschen Meister

Mehr als ein Gegenspieler ist oft nötig, um Münchens NBA-Neuzugang Greg Monroe (links) unter dem Korb zu stoppen. Die überforderten Hamburger schafften es oft auch zu zweit nicht. Foto: Lino Mirgeler/dpa

BASKETBALL. Es ist der Meister der vergangenen beiden Spielzeiten, die einzige unbesiegte Mannschaft der laufenden Bundesliga-Runde und der wahrscheinlich aussichtsreichste deutsche Vertreter auf höchster europäischer Ebene aller Zeiten: Bei diesen Referenzen des Gegners scheint absolut nichts dagegen zu sprechen, Medi Bayreuth am Sonntag um 15 Uhr beim FC Bayern München als krassen Außenseiter einzustufen.

 

Immerhin zwei Gegenargumente lassen sich mit etwas gutem Willen aber doch finden: Zum einen hat Bayern-Trainer Dejan Radonjic anhaltende Personalsorgen: Der langjährige Leistungsträger Nihad Djedovic (Knie) und der französische Nationalcenter Mathias Lessort (Fuß) haben nach ihren Verletzungspausen gerade erst wieder mit eingeschränktem Training begonnen, während die schon seit Saisonbeginn fehlenden Amerikaner TJ Bray als Aufbauspieler und Josh Huestis als Power Forward selbst von diesem Schritt noch weit entfernt sind. Zum anderen wird der FC Bayern durch sein internationales Engagement gestresst. Zwar muss man als Teilnehmer an der Parallelsaison der Euroleague mit einem dicht gedrängten Terminplan leben können, aber so hektisch wie diesmal wird es trotzdem nicht sehr oft: Genau 42 Stunden vor dem Bundesligaspiel gegen Bayreuth beginnt heute um 21 Uhr der achte Einsatz des Deutschen Meisters in der stärksten europäischen Liga – und das auch noch auswärts in Valencia. Es ist der Beginn einer Serie von sechs Spielen innerhalb von zwölf Tagen.

Für Medi-Trainer Raoul Korner sind das aber allenfalls winzige Hoffnungsschimmer. „Wenn man einen Strohhalm suchen will, dann ist das vielleicht einer“, sagt er im Zusammenhang mit der Spanien-Reise der Münchner. Die Liste der Ausfälle beim Titelverteidiger verändere die Kräfteverhältnisse dagegen kaum: „Solche Personalsorgen hätte ich auch gerne. Natürlich sind das starke Leute, die da fehlen. Aber dafür kommen auch kaum schlechtere nach. Die Bayern haben so viel Potenzial, dass sie sich im Kollektiv gut darauf einrichten können.“

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Chance nutzen, wenn sie angeboten wird

Die genaue Aufstellung des Gegners falle daher in diesem Fall weniger ins Gewicht als in den meisten anderen: „Die Ausgangslage wird für uns immer gleich sein: Wir müssen alles dafür tun, um unseren besten Basketball zu spielen – und gleichzeitig müssen wir hoffen, dass dies den Münchnern nicht gelingt. Dann haben wir eine Chance, aber wenn die Bayern ihr Potenzial abrufen, wird es schwer. Wir können nicht mehr tun, als unseren Teil mit allem Einsatz beizutragen. Wenn uns dann tatsächlich eine Chance angeboten wird, werden wir sie zu nutzen versuchen.“

Die dafür nötige Weiterentwicklung seiner Mannschaft sieht Korner durch die Heimniederlage gegen BK Ventspils (80:84) nicht nachhaltig unterbrochen: „Es war schade um den schlechten Beginn. Da hat Ventspils stark getroffen und damit das Spiel auseinandergezogen, während bei uns die Würfe nicht gefallen sind. Kämpferisch war es dann in Ordnung.“ Die Rückkehr von Lucky Jones hat dabei eine Option auf den Ausländerstellen eröffnet, die der Medi-Coach aber nicht beliebig ziehen will: „Wir haben zuvor mit demselben Personal viermal gewonnen. Da ist schon ein gutes Argument nötig, um etwas zu ändern.“

 

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