Kooperation mit AWO Eine Begegnung zwischen Jung und Alt

Foto: Archiv

BAYREUTH. Mit sehr persönlichen Texten und Musik Jung und Alt zusammenführen: Das war am Freitagvormittag das Ziel des Projekts Jugend trifft Alter zwischen der Awo und Schülern der Johannes-Kepler-Realschule. Auch in Zukunft wollen die Schule und die Awo enger zusammenarbeiten

Denn sie haben etwas Besonderes vorbereitet für die Senioren: Selbst komponierte Musik und tiefgründige Texte, die aus der Feder der Schüler stammen.

Dass Realschüler an diesem Tag im Awo-Zentrum mit älteren Menschen zusammenkommen, war Hösch ein wichtiges Anliegen. „Wir wollen soziale Themen in den Vordergrund rücken“, sagte er. „Die Jugendlichen müssen sich mit Menschen auseinandersetzen, vor allem mit Älteren. Denn sie können sehr viel von ihnen lernen.“ Immer wieder bahnten sich Senioren ihren Weg an ihm vorbei in den Konferenzraum, teilweise im Rollstuhl oder mit dem Rollator. Schnell waren fast alle Plätze belegt.

Die Texte, die die jungen Schüler geschrieben haben, sind erstaunlich tiefgründig und persönlich. Im Text „Wir – ist etwas Einzigartiges“ von Ellen Kulynets (16) hieß es: „Wir – alte und auch junge Menschen – sind manchmal so ähnlich.“ Betül Arik (16) erzählte in ihrem Text „Wir sind jung“ von ihrem Opa, der in der Türkei lebt. Manchmal habe sie das Gefühl, er würde nicht immer viel Interesse zeigen. „Man muss die Menschen fragen, was sie erlebt haben. Die Jungen könnten die Alten fragen. Und die Alten die Jungen. Jeder soll sagen können: Ich bin, wie ich sein will. Ich bin ich.“ Die einstündige Veranstaltung habe aber auch pädagogische Zwecke, sagte Musiklehrer Hörsch. „Die Schüler lernen dadurch ganz praktische Fähigkeiten, die vielleicht im Unterricht zu kurz kommen. Termine ausmachen, planen, mit Menschen in Kontakt treten.“ Das größte Anliegen sei aber, die Kreativität der Schüler zu fördern.

Dem konnte die 16-jährige Betül Arik nur zustimmen. „Im Rahmen unserer Medienkunst-Arbeitsgemeinschaft haben wir die Texte entwickelt. Wir haben da viele Denkanstöße bekommen und so sind die Zeilen entstanden. Wir machen das alle gerne und sind mit viel Herz dabei. Und natürlich geben wir dadurch auch viel Persönliches preis.“ Der Termin bei der Awo freute sie besonders: „Man kommt nicht so oft mit Älteren zusammen. Weil man denkt: Ich kann das schon alleine.“ Dabei hätten vor allem Senioren schon viel Lebenserfahrung und könnten Ratschläge geben.

„Ich bin begeistert, wenn ich die Texte sehe, die die Schüler geschrieben haben“, sagte Hösch am Ende der Veranstaltung. „Viele fallen im Unterricht nicht auf. Dann liest man etwas von ihnen und denkt sich: Wow!“ Und auch Awo-Mitarbeiterin Antje Wagner, die im Publikum gesessen hat, war hin und weg. Immer wieder hatte sie sich zu den Senioren umgedreht, ihnen zugelächelt. „Diese Veranstaltung war ein Reichtum für uns. Ich war wirklich sehr gerührt“, sagte sie.

Das Projekt war der Auftakt für eine engere Zusammenarbeit zwischen der Schule und der Awo. „Wir wollen Pflegeberufe für die Schüler attraktiv machen“, erklärt Musiklehrer Hösch.

 

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