Konjunkturumfrage Bayreuther Wirtschaft ist stabil

Redaktion
IHK-Gremiumsvorsitzender Jörg Lichtenegger freut sich über die offensichtliche Widerstandskraft der regionalen Wirtschaft. Foto: red

Die Bayreuther Wirtschaft ist trotz des schwierigen Umfelds zumindest noch stabil, auch wenn die Aussichten sich eingetrübt haben. Das meldet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Oberfranken in Bayreuth.

Die regionalisierte Auswertung der Kammer auf Ebene der IHK-Gremien zeigt, dass die Mitgliedsunternehmen aus Stadt und Landkreis Bayreuth vom aktuell schwierigen Umfeld offenbar weniger stark beeinträchtigt werden. Die aktuelle Geschäftslage wird anders als in anderen Teilregionen weiterhin mehrheitlich positiv eingestuft. Die Erwartungen an die Zukunft trüben sich dagegen deutlich ein.

Der Konjunkturklimaindex für die Region Bayreuth gibt um sechs Zähler nach und liegt nun bei 115 Punkten. Was angesichts der Tatsache, dass die Werte in den acht oberfränkischen Gremien zwischen 86 und 120 Punkten liegen, bemerkenswert. Die Spanne zeigt aber auch, wie unterschiedlich sich die derzeitigen Verwerfungen auf die jeweilige Wirtschaftsstruktur auswirken.

Unsicherheit

„Angesichts der weltweiten Rahmenbedingungen ist es erfreulich, dass sich die Bayreuther Wirtschaft nach wie vor stabil präsentiert. Aufgrund der vielen Unsicherheiten um uns herum ist es aber auch nicht verwunderlich, dass mit einer Abkühlung der Geschäftslage gerechnet wird“, sagt IHK-Vizepräsident Jörg Lichtenegger, der auch Vorsitzender des IHK-Gremiums Bayreuth ist.

Derzeit läuft das Geschäft bei vielen der befragten Unternehmen aus Stadt und Landkreis Bayreuth offenbar rund. 48 Prozent der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage, schlecht nennen die eigene Lage 14 Prozent, 38 Prozent befriedigend. Der positive Saldo bleibt hoch und legt im Vergleich zur Umfrage zum Jahreswechsel sogar noch einmal leicht zu.

Viele Herausforderungen

„Das ist bemerkenswert, denn der Ukraine-Krieg, die Kostensteigerungen auf breiter Front und die Probleme in vielen Lieferketten fallen in den Umfragezeitraum. Das zeigt, dass die Bayreuther Wirtschaft robust ist und sich auf Krisensituationen einstellen kann“, so Lichtenegger. Das gute Ergebnis ist laut IHK vor allem auf die im Saldo positive Entwicklung des Inlandsgeschäftes zurückzuführen, obwohl die Konsumlaune der Verbraucher gesunken ist. Auf dem internationalen Parkett berichten Firmen dagegen vermehrt von rückläufigen Umsätzen.

Doch angesichts der Folgen des Ukraine-Krieges, der anhaltenden Pandemie, der hohen Energiekosten und des zunehmenden Fachkräftemangels schauen auch die regionalen Unternehmer zunehmend skeptisch auf die kommenden zwölf Monate. 24 Prozent der befragten Betriebe rechnen mit einer Verschlechterung der Geschäftslage, mit einer Verbesserung 23 Prozent. Mit Problemen rechnet die Wirtschaft vor allem im Auslandsgeschäft, dem in näherer Zukunft insgesamt kein Wachstumspotenzial zugerechnet wird.

Unternehmen suchen Mitarbeiter

Trotz steigender Zinsen wollen die befragten Betriebe aber ihre hohe Investitionsneigung beibehalten. Und auch die Beschäftigtenentwicklung dürfte sich weiter positiv gestalten. Knapp ein Viertel aller befragten Firmen plant in der nächsten Zeit weiteres Personal einzustellen, nur sechs Prozent rechnet mit einer geringeren Mitarbeiterzahl.

„Das ist eine gute Nachricht für die Region und ein starkes Statement der Wirtschaft zum Standort Bayreuth. Wir müssen nun hoffen, dass das für die Investitionen benötigte Material am Ende auch verfügbar ist, die Preise im tragbaren Rahmen bleiben und offene Stellen auch besetzt werden können“, so Lichtenegger.

 

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