Kommunalwahl Vierkampf ums Bürgermeisteramt in Bad Berneck

Gründung des Grünen-Ortsverbandes in Bad Berneck (von links): Kreisvorstandsmitglied Tanja Potzler, Bundestagsabgeordnete Lisa Badum, Ortsverbands-Beisitzerin Elfriede Lauterbach, Schriftführer Karlheinz Lauterbach, Ortsverbandsvorsitzende Kerstin Schröder, ihr Stellvertreter Finn Regenhold und Kreissprecherin Susanne Bauer. Foto: Peter Rauscher

BAD BERNECK. Voraussichtlich vier Bürgermeisterkandidaten werden bei der Kommunalwahl im März 2020 in Bad Berneck antreten. Bei der Gründung des Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen in der Kurstadt am Montagabend kündigte eines der frisch gewählten Vorstandsmitglieder gleich seine Bewerbung an.

Er wolle sich um das Bürgermeisteramt in Bad Berneck bewerben, sagte Finn Regenhold am Ende der Gründungsversammlung. Der 23-Jährige hatte bereits das Sondierungstreffen angestoßen und wurde am Montag zum stellvertretenden Ortsvorsitzenden gewählt.

Während für die SPD erneut Amtsinhaber Jürgen Zinnert antreten will und der CSU-Vorstand sich für Robert Fischer ausgesprochen hat, gibt es von den Freien Wählern bislang keinen Namen, sondern nur die Ankündigung, im August einen eigenen Bewerber zu präsentieren. Die offizielle Nominierung der Kandidaten wird im Herbst erwartet.

Kerstin Schröder Vorsitzende

Die Grünen bringen sich nun in Bad Berneck in Stellung. Elf stimmberechtigte Parteimitglieder, davon sechs aus Bad Berneck, wählten bei einer Enthaltung Kerstin Schröder zur Ortsverbands-Vorsitzenden. Die 51-Jährige, ein „waschechtes Bernecker Kind“, arbeitet als Diakonin für die evangelische Jugend und engagiert sich ehrenamtlich bei der Flüchtlingshilfe Bad Berneck.

Einstimmig wurde Finn Regenhold zu ihrem Stellvertreter gewählt. Der selbstständige Videoproduzent ist ebenfalls in Bad Berneck aufgewachsen, war fünf Jahre in der Schweiz – „aber hier ist es schöner“. Ebenfalls einstimmig zum Schriftführer gewählt wurde Karlheinz Lauterbach (66), der nach eigenen Angaben früher bereits als Unabhängiger auf der SPD-Wahlliste stand, „weil es damals hier noch keine Grünen gab“. Seine Ehefrau Elfriede Lauterbach komplettiert als Beisitzerin den Vorstand.

Die Schwerpunktthemen

Die neue Vorsitzende Kerstin Schröder nannte vier kommunale Schwerpunktthemen der Bad Bernecker Grünen: Beim nötigen Hochwasserschutz am Weißen Main müsse es einen Ausgleich für die vielen Bäume geben, die gefällt werden sollen. Wegen der Wasserknappheit müssten Trinkwasserreserven geschaffen werden. Die Integration der vielen Menschen mit Migrationshintergrund in der Stadt, nicht nur Geflüchtete, müsse unterstützt werden. Der Stadtrat diskutiere zu viele Themen nicht-öffentlich, wie etwa die Machbarkeitsstudie zum Mehrgenerationenhaus. Bürger sollten künftig stärker einbezogen werden.

"Mordsmäßiges" Wachstum

Grünen-Bezirks- und Kreissprecherin Susanne Bauer äußerte sich überzeugt, dass dem nächsten Stadtrat in Bad Berneck ein oder zwei Grünen-Räte angehören werden. Die Grünen seien überall gerade „mordsmäßig im Wachsen“. Gerade sei der Ortsverband in Heinersreuth gegründet worden, voraussichtlich am 9. September werde es auch in Mistelgau so weit sein. Die Mitgliederzahl der Kreisgrünen sei von 48 zum Jahresende 2017 auf jetzt 80 gestiegen. Der derzeit besonders spürbare Klimawandel, die Fridays-for-Future-Bewegung, die Volksbegehren für Artenvielfalt und gegen Flächenfraß hätten für einen „Riesenschwung“ bei den Grünen gesorgt.

Tipp von Wührl-Struller

Eine „Wahnsinns-Dynamik“ bescheinigte die aus Forchheim stammende einzige oberfränkische Bundestagsabgeordnete Lisa Badum den Bayreuther Landkreis-Grünen. Klaus Wührl-Struller, Bayreuther Stadtrat der Grünen/Unabhängigen, ulkte in seiner kabarettistischen Einlage, Bad Berneck habe als Luftkurort enormes Potenzial: Mit Wedlich-Lastzügen könne man ja die gute Luft nach Bayreuth karren, wenn der Eichelberg erst zugebaut sei.

 

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