Eine Gruppe junger, offenkundig sehr gut situierter Jugendlicher skandiert in einem Nobellokal auf Sylt rassistisches Gedankengut in Liedform zur Melodie eines bekannten Hits aus dem Jahr 2001. Dass das Ganze zutiefst verurteilenswert ist, steht außer Frage. Sowohl die juristische als auch mediale Aufarbeitung sind bereits in vollem Gange. Selbstredend muss dieser Fall auch in ein aktuell besorgniserregendes Gesamtbild eingeordnet werde: Warum driften gefühlt so viele junge Menschen trotz oder gerade wegen ihres Heranwachsens ohne große Sorgen wahlweise nach links oder rechts in Richtung Extremismus? Welchen Anteil für diese Unzufriedenheit und moralische Verrohung fällt der Elterngeneration zu? Was kann und muss unsere Gesellschaft tun, um diesem Trend entgegenzuwirken?