Landrat Peter Berek muss sich ein wenig wie Sisyphos vorkommen, der einen Felsblock immer wieder einen Berg hinaufwälzen muss, bis dieser kurz vor dem Gipfel stets hinunterrollt. Da trägt der Landkreis innerhalb von wenigen Jahren Millionen Schulden ab, und doch droht schon wieder der finanzielle Kollaps. Grund sind die extrem hohen Kosten, vor allem im Sozialen, beim Klinikum und der Infrastruktur. Für all das können die Verantwortlichen nichts. Wenn Menschen in Not sind, muss der Landkreis helfen, wenn Gebäude und Straßen zu bröckeln beginnen, muss er sie sanieren oder neu bauen, und das Klinikum ist eh eine Geschichte für sich. Noch merkt der Bürger kaum etwas von der drohenden Misere. Das Wetter ist schön, die Freibäder öffnen, das Leben im Landkreis wirkt so leicht. Doch Horst Geißel von den Freien Wählern hat recht, wenn er mahnt, dass all die schönen Kampagnen, die das Fichtelgebirge zurecht preisen, ad absurdum geführt werden, wenn über kurz oder lang wieder mehr und mehr Gemeinden keinen genehmigungsfähigen Haushalt aufstellen können. Bekanntlich finanzieren diese über die Kreisumlage den Landkreis, damit dieser wiederum seine Aufgaben erfüllen kann. Was, wenn Städte und Gemeinden wegen des unerbittlichen Sparzwangs Freizeiteinrichtungen schließen müssen und das Fichtelgebirge dadurch den wiedererlangten Glanz verliert? So weit darf es nicht kommen. Daher ist der Freistaat mehr denn je in der Pflicht, das „Armenhaus“ – ja, so bezeichnen einzelne Kreisräte den Landkreis wieder – mit einem kräftigen Wums zu unterstützen.