In ihren verkrusteten Strukturen sind sich Kichen und Parteien nicht unähnlich – für die Mechanismen der Macht gilt das auch: Deshalb ist es kein Wunder, dass die Landessynode am Donnerstag den Münchner Regionalbischof Christian Kopp zum neuen bayerischen Landesbischof gewählt hat. Er war der einzige von ursprünglich vier Bewerbern, der bereits dem Landeskirchenrat, also der Führungsspitze der Landeskirche, angehört. Nicht geschadet haben dem künftigen Regionalbischof sicherlich auch sein Alter, sein Wohnort und sein Geschlecht. Verwaltungserfahrung, 58 Jahre, Oberbayern, Mann – das klingt Eins zu Eins wie die typischen Kriterien, die Parteien gefallen, wenn es darum geht, politische Ämter zu besetzen.