Es ist selten, dass es jemand schafft, die Aufmerksamkeit von rund 160 Zehnt- und Elftklässlern zu bannen. Charlotte Knobloch gelingt es. Während ihres Vortrags in der Turnhalle des GCE könnte man eine Stecknadel fallen hören, so still ist es. Kein Stühlerücken, kein Tuscheln. Kein Handy-Piepsen. Die 91-Jährige, seit 1985 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde in München, langjährige Vorsitzende des Zentralrats der Juden und „eine der prägenden politischen Stimmen der Bundesrepublik“, wie sie der Geschichtslehrer Heiko Weiß nennt, beeindruckt mit ihrer eigenen Geschichte. Und mit Aussagen, die auch schwierige Themenfelder nicht aussparen. Die den Finger in die Wunden der heutigen Zeit legen.