Kneipenterroristen spielen zur Eröffnung Neue Rock-Disco am Bindlacher Berg

Von Christina Knorz

Zwei Brüder geben der Disco am Bindlacher Berg eine neue Chance. Nach drei Jahren Leerstand soll das ehemalige Crazy Down als Rock-Bunker an der Goldkronacher Straße 37 Ende August eröffnen. Die Brüder wollen nicht dieselben Fehler machen wie ihre Vorgänger.

Andy (39) und Steffen (41) Oliva haben mit Disco bisher nicht viel tun. Außer, dass sie sich ärgern, dass es für ihren Musikgeschmack nichts gibt. Sie mögen Rock. Harten Rock, schnellen Rock. "Kein Pur", sagt Andy Oliva mit den tätowierten Drachen auf dem Unterarm. Aber so, wie er sein Konzept erklärt, würde er auch Pur spielen, wenn das Publikum das will.

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Die neuen Diskobetreiber wollen Livebands auf den Bindlacher Berg holen und ansonsten DJs auflegen lassen. Immer freitags und samstags von 21 Uhr bis in den frühen Morgen. Gespielt werden soll alles, was mit Rock zu tun hat. Heavy Metal, Deutschrock, Rockabilly, keltische Rockmusik, Rock aus der DDR und Neue Deutsche Welle.Über Flyer wollen sie informieren, was geplant ist. "Nicht dass jemand Heavy Metal hören will und wir spielen Neue Deutsche Welle", sagt Andy Oliva und lacht als er sich das Gesicht des Metallers vorstellt.

Zu große Belastung

Er hofft, damit eine Nische gefunden zu haben, die am Berg bestehen kann. Seit der Eröffnung als Diskothek vor neun Jahren, war der ehemalige Kasernen-Keller längere Zeit geschlossen als geöffnet. Den Anfang machte damals Michael Terwart (42), der Besitzer des Grundstücks und Gründer der Disco Crazy Down am Bindlacher Berg. Nach einem Jahr Doppelbelastung als Inhaber zweier Baufirmen tagsüber und Diskobetreiber bei Nacht, warf er das Handtuch. "Ich wusste nicht mehr, ob ich Männlein oder Weinlein bin", sagt Terwart. Er rät den Brüdern dringend, nicht größenwahnsinnig zu werden.

Böse Verlockung

Michael Terwart hat sie kommen und gehen sehen. Eine Handvoll Betreiber, die sich alle paar Jahre die Klinke in die Hand gaben und versuchten, mit Table Dance, House oder Rap-Musik das Publikum an sich zu binden. Funktioniert hat nichts davon. Für Terwart lag das nicht an der Musik, sondern an der Verlockung einer vollen Kasse nach einer Diskonacht.

"Sie haben gedacht, sie seien reich", sagt Terwart. "Haben Geld ausgegeben, das ihnen gar nicht gehörte." Eine Disco müsse konservativ geführt werden wie jedes andere Geschäft. Der Betreiber dürfe nicht sein bester Kunde sein, erst müssten Rechnungen und Personal bezahlt werden. "Sie haben zu schnell zu viel Geld rausgezogen. Einer hat sich sogar ein Auto bestellt, bevor ein Monat rum war." Terwart warnt vor Übermut und falschen Freunden. "Da setzen sich Leute zu dir, gehen dir um den Bart als erfolgreichem Diskobetreiber und wollen mit dir trinken."

Klarer Kopf

Andy Oliva schüttelt den Kopf. "Das passiert mir nicht", sagt der kaufmännische Betriebsleiter einer Baufirma im Landkreis. "Wir wollen, dass das hier lange läuft und gehen das ganz klar im Kopf an." Ihre Jobs wollen die gebürtigen Erfurter behalten und die Disco als Hobby, nebenberuflich betreiben.

Eins ist Andy Oliva nach einem Großeinsatz der Polizei bei der Disco wegen eines als Geburtstagsfeier getarnten Rechtsrockkonzerts vor sieben Jahren wichtig zu sagen: "Auch wenn wir Deutschrock spielen, haben wir nichts mit Neonazis zu tun. Sie sollen nicht denken, dass sie bei uns ein Zuhause finden."

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Info: Die Eröffnung des Rock-Bunkers findet am 23. August ab 21 Uhr mit einem Konzert der Band Kneipenterroristen statt. Am 20. September spielen Analgewitter, am 25. Oktober V8 Wixxxer Karten gibt es nur an der Abendkasse. Mehr Infos auf Facebook unter "Rock Bunker"