Klimakonferenz Wie Kommunen nachhaltig handeln

Hubert Weiger Foto: . Foto: dpa

Das Forum 1.5 trägt das Ziel bereits im Namen: Die maximale Erwärmung der Erde auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Bayreuth - Die bis Sonntag dauernde Frühjahrskonferenz unter Leitung des Bayreuther Professors für Stadt- und Regionalentwicklung Manfred Miosga geht – wie vieles in diesen Tagen – online über die Bühne. Unter der Überschrift „Bayreuth neu denken – den Pfadwechsel gestalten“ widmen sich Wissenschaftler und Akteure aus den Kommunen dem weltweiten Klimawandel. Das Ziel: Eine emissionsfreie Stadt Bayreuth.

Emissionsfreies Bayreuth

Diese große Aufgabe könne die Stadt nicht alleine bewältigen, so Miosga. „Die Transformation der Stadtgesellschaft kann nur gemeinsam gelingen.“ Die Impulskonferenz will Alternativen für klimafreundliches Handeln aufzeigen, zum Beispiel was Energie, Verkehr und Wohnen anbelangt. Die Initiative Klimaentscheid unterstützt die Konferenz.

Dass es immer wärmer wird, belegen die meteorologischen Aufzeichnungen. „Der Klimawandel ist auch bei uns allgegenwärtig“, sagte Universitätspräsident Prof. Stefan Leible zu Beginn. Die Tagung trage dazu bei, Wissenslücken zu schließen und Handlungshilfen aufzuzeigen. Die Universität selbst habe sich eine Nachhaltigkeitsstrategie gegeben, um dem Umweltgedanken stärker gerecht zu werden. Leible unterstrich die Schlüsselrolle der Kommunen in der Klimadiskussion.

Klimaneutrale Stadt

Oberbürgermeister Thomas Ebersberger sagte, die Stadt Bayreuth wolle sich „langfristig zur klimaneutralen Stadt entwickeln“. Die „Ideenschmiede“ an der Uni könne wichtige Anregungen liefern. Die Stadt erarbeitet derzeit ein Klimaschutzkonzept, das die beiden Klimaschutzmanagerinnen Gesa Thomas und Jana Edlinger den Zuhörern vorstellten. Auch im Stadtrat hatten sie es bereits präsentiert. Die Projektstelle, die sich beide teilen, wird für zwei Jahre gefördert. In eineinhalb Jahren soll das Klimaschutzkonzept für die Stadt Bayreuth stehen.

Prof. Hubert Weiger, seit 2013 Mitglied im Rat für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung, beschrieb die gegenwärtige Klimakrise mit anschaulichen Beispielen. „Jedes Jahr, das wir nicht handeln, wird sich bitter rächen“, warnte der Ehrenvorsitzende des BUND und des BN Bayern.

Der Planet Erde kommt an seine Grenzen

Der Planet Erde komme an seine Grenzen: Die Stickstoffkreisläufe würden überbeansprucht, die Biodiversitätsverluste seien dramatisch. Längst sei es an der Zeit, dass Wirtschaft und Politik nachhaltig handelten. Die Umwelt und das soziale Gefüge dürften nicht vernachlässigt werden. „Um unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu sichern, dürfen wir nicht mehr verbrauchen als nachwächst.“

Der Verbrauch von Kohlendioxid müsste um 70 Prozent reduziert werden, um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen. Seit 1970 sei weltweit ein Artenverlust von 68 Prozent festzustellen. Denn die Lebensräume würden zum Beispiel durch die industrialisierte Landwirtschaft zerstört. „Nachhaltigkeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe und eine Chance“ , sagte Weiger. „In den Kommunen werden die Nachhaltigkeitsbeschlüsse erlebbar.“

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