Klaus-Dieter-Wolff-Preis Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg

Oladapo Opeyemi Ajayi (Mitte) erhielt den Klaus-Dieter-Wolff Preis des Rotary Clubs Bayreuth-Eremitage 2021. Unser Bild zeigt außerdem Laudator Helmut Ruppert und die RC-Präsidentin Annegret Schnick. Foto: Ralf Münch

Die Verleihung des Klaus-Dieter-Wolff-Preises seit 2015 ist zur geschätzten Tradition geworden. Zu Beginn des Wintersemesters zeichnet der Rotary Club Bayreuth-Eremitage ein Mitglied der Universität Bayreuth für sein soziales, gesellschaftliches und kulturelles Engagement aus. In diesem Jahr einen Doktoranden aus Nigeria.

Bayreuth - In diesem Jahr ging der mit 2000 Euro dotierte Klaus-Dieter-Wolff-Preis an Oladapo Opayemi Ajayi. Nach dem Abschluss des Masterstudiums in „Intercultural Anglophone Studies“ begann er mit seiner Doktorarbeit bei der Bayreuth International Graduate School for African Studies (Bigsas).

Der jährlich vom Rotary-Club in Verbindung mit der Universität Bayreuth verliehene Preis ist nach dem Rotarier und Gründungspräsidenten der Universität Bayreuth benannt. Die Preisträger sollen aufgrund ihrer Leistungen und ehrenamtlichen Verdienste Vorbild und Ansporn für den akademischen Nachwuchs sein. Damit werde die Verantwortung des Einzelnen für die Gesellschaft honoriert, sagte die aktuelle RC-Präsidentin Annegret Schnick.

Auf dem Weg zum Doktortitel

Preisträger Ajayi entspreche in herausragender Weise den Anforderungen des Preises, hob Laudator Helmut Ruppert hervor, ehemaliger Präsident der Universität Bayreuth. Oladapo Opeyemi Ajayi wurde 1985 in Nigeria geboren. Nach dem Studium und beruflicher Tätigkeit kam er 2013 an die Universität Bayreuth. Nach seinem Master wurde er 2017 in die Bigsas aufgenommen.

Dabei sei bezeichnend für ihn, so Ruppert, dass er sich nicht nur mit Eifer seinem Studium widme. Er stehe darüber hinaus für die Unterstützung der internationalen Kommilitonen zur Verfügung. Zum Beispiel organisiere er regelmäßige Treffen der Doktoranden auf dem am Campus, die ihn zu ihrem Vertreter gewählt haben. „Auch in dieser Funktion zeigt er seine Fähigkeiten als Kommunikator und Vermittler.“

Ehrenamtlicher Einsatz im Heimatdorf

Hervorzuheben sei auch seine ehrenamtliche Tätigkeit in afrikabezogenen Netzwerken wie den „African Good Government Networks“, die politische und soziale Anliegen Afrikas einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen. Schon seit 2012 gibt er kostenlose Sommerkurse für die Kinder und Jugendlichen in seiner Heimat, um sie auf die Aufnahme an weiterführende Schulen und Universitäten vorzubereiten. Außerdem gründete ein Bibliotheksprojekt für benachteiligte junge Leute. In seinem leer stehenden Elternhaus schuf er einen „Community Resource Center“. Viele seiner Mitstudierenden beteiligten sich an dem Projekt, so Ruppert. Inzwischen beschäftigt er einige von ihnen als Mitarbeiter. „Diese Arbeit kann nicht hoch genug bewertet werden.“ Eine gute Schulbildung ermögliche benachteiligten Kindern, die Chance zum sozialen Aufstieg und einem besseren Leben. Mit seinen Ideen begeistere er andere und sei damit ein Vorbild für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Der Preisträger selbst bedankte sich auf Englisch für die Anerkennung. Er zeigte einige Fotos aus seinem Heimatdorf und beschrieb die dortige Arbeit. Bayreuth habe er als Ort der interkulturellen Begegnung schätzen gelernt. Seine Tätigkeiten seien noch lange nicht beendet, sagte er abschließend. Denn er wolle weiterhin zum gesellschaftlichen Wandel beitragen.

Die Übergabe des Nachwuchspreises wird stets mit der Rotary Lecture des Clubs Bayreuth-Eremitage beendet. Hierfür wurde Ulrich Maly, einstiger Oberbürgermeister von Nürnberg, gewonnen werden. Das Thema seines Vortrags: „Leben nach und mit Corona –was das Virus mit uns macht, politisch, ökonomisch, soziologisch. Ein Blick nach vorn.“ Maly stellte unter anderem fest, dass das Gerechtigkeitsgefühl nach dem Ende des Lockdowns verlorenen gegangen sei. Es drohe eine gesellschaftliche Spaltung, die von Angst geleitet sei.

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