Klartext von den Küchenchefs Stadtbrasserie Friedrich: TV-Köche Zacherl und Kotaska unterstützen Bayreuther Koch

Von Michaela Schmälzle

Sie kommen. Sie reden. Sie analysieren. Sie handeln. So kennt man die „Küchenchefs“ Ralf Zacherl und Mario Kotaska der gleichnamigen Sendung. Jetzt war das Duo mit Gastro-Expertin Vanessa Koch in Bayreuth in der Stadtbrasserie Friedrich.

Sie gehören zu den bekanntesten Köchen in Deutschland, sind regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Doch wenn Ralf Zacherl und Mario Kotaska zum Beispiel für das Format „Küchenchefs“ im Einsatz sind, wie seit Dienstag in der Bayreuther Stadtbrasserie Friedrich, können sie nicht einmal ein Restaurant in der Stadt besuchen. Die Nervosität ist bei den Gastgebern meist zu groß, der Rummel ebenfalls. Außerdem sind die TV-Köche ja wegen der Arbeit unterwegs. Und diese machen sie gründlich.

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"Da war alles dabei"

180, 190 Restaurants, Bistros und Gaststätten haben die „Küchenchefs“ in den vergangenen Jahren besucht. „Da war alles dabei, von der Eckkneipe bis zum gehobenen Restaurant“, sagt Ralf Zacherl. „Wir gehen tatsächlich überall dorthin, wo wir denken, dass wir helfen können.“ Die Köche reden mit, welche Bewerbungen zum Zuge kommen. „Und wir hängen uns dabei ja auch ganz schön aus dem Fenster.“ Schließlich schöpfen die Gastronomen, denen die Top-Köche auf die Sprünge helfen wollen, eine gehörige Portion Hoffnung. Außer die natürlich, denen Zacherl, Kotaska und Martin Baudrexel (in Bayreuth nicht dabei) die Schließung ihrer Lokalität empfehlen. Und obwohl die Experten am Herd schon unzählige Beratungen hinter sich haben, bleiben Prognosen, ob es das Gastro-Unternehmen schafft, ein Glücksspiel. Zacherl: „Da schlägt das Pendel in alle Richtungen aus, das ist echt extrem.“ Immerhin: Die Quote der Erfolgreichen liegt bei guten 50 Prozent.

Also gibt es von dem unkomplizierten Küchen-Star auch keine Chancen-Einschätzung zur Stadtbrasserie Friedrich. Allerdings so viel: Einen grundlegenden Fehler, den die Küchenchefs bei anderen Einsätzen regelmäßig aufdecken, haben die Betreiber Manuela und Martin Leipold nicht gemacht. „Die meisten machen den Fehler, in die Gastronomie zu gehen, obwohl das nicht ihr Ding ist. Sie haben irgendwann mal in jungen Jahren in der Kneipe gejobbt, verklären die Erinnerung daran und glauben, weil sie zu Hause die Familie gut versorgt bekommen, können sie auch eine Gaststätte betreiben. Sie haben einen Plan A, aber, falls der schiefgeht, keinen Plan B, C oder D.“ So einfach ist das laut Zacherl meistens. Ein anderer Schuh passt für die Stadtbrasserie da schon eher. „Das Speisenangebot ist bei vielen Betrieben viel zu groß.“ Wichtiger ist es, so der einst jüngste Sternekoch Deutschlands, einige wenige Gerichte auch bei Hochbetrieb in Top-Qualität und zur Zufriedenheit der Gäste auf die Tische zu bringen. „Wenn du nur zehn Prozent unzufriedene Gäste hast, weil sie etwa zu lange auf das Essen gewartet haben oder irgendetwas nicht gepasst hat, kannst du deinen Laden zuschließen.“

„Ein sehr nettes Betreiber-Pärchen"

Für die Stadtbrasserie Friedrich hat die Analyse der TV-Köche – die Situationsbeschreibung nimmt die meiste Zeit der nur 48 Stunden ein – relativ gute Ergebnisse ergeben. Zacherl: „Ein sehr nettes Betreiber-Pärchen, eine schöne Lokalität, in der Küche einen Rohdiamanten, den man nur etwas schleifen muss.“ Und der sich gerne schleifen lässt. „Es ist toll, etwas mitzunehmen, von den Profis so viel zu lernen.“ Patrick Witzgall strahlt trotz des Stresses, den ihm der überraschende Einsatz der „Küchenchefs“ – sie kommen ohne Terminabsprache vorbei – beschert. Und er bekommt auch jede Menge Unterstützung der bekannten Küchen-Könner. „Patrick braucht engagierte Küchenperlen oder -perleriche. Wer Lust dazu hat, soll sich unbedingt melden“, lässt Zacherl die Chance zur Stellenausschreibung nicht ungenutzt.