Klarer Medi-Sieg Österreichs Meister kaum ein Maßstab

Eine weitere überzeugende Leistung bot Bryce Alford (links). Mit 22 Punkten war er der Bayreuther Topscorer, wobei der sichere Distanzwerfer oft auch mit energischem Zug zum Korb zum Erfolg kam. In dieser Szene zog Alford an Willie Atwood (rechts) vorbei. Foto: Peter Mularczyk

BASKETBALL. Nur rund 20 Stunden nach dem knappen 80:79-Sieg gegen den Zweitligisten Heidelberg präsentierte sich Medi Bayreuth verbessert und besiegte die Kapfenberg Bulls ungefährdet mit 99:75 (52:32). Allerdings war der österreichische Meister und Pokalsieger, der am Vortag beim Bayreuther Ligarivalen Frankfurt mit 44:88 (18:53) übel unter die Räder gekommen war, nicht der erwartete Gradmesser für den aktuellen Leistungsstand des Teams von Trainer Raoul Korner.

Die Bayreuther bewegten vor rund 350 Zuschauern den Ball vom Start weg schnell, kamen dadurch immer wieder in aussichtsreiche Wurfpositionen und beendeten nach einer schnellen 11:2-Führung (3.) das erste Viertel mit 24:15 (10.). Dreier von Kapitän Bastian Doreth (2) und US-Spielmacher James Robinson ließen den Vorsprung schon im zweiten Spielabschnitt erstmals auf über zwanzig Punkte anwachsen (42:21/14.). Den Halbzeitstand von 52:32 markierte schließlich die Bayreuther Nachwuchshoffnung Jevon Perschnick nach einem umjubelten „Coast-to-Coast“-Lauf über die gesamte Spielfeldlänge.

Der herausgespielte Vorsprung sollte nach der Pause nicht mehr in Gefahr geraten, wenngleich Coach Korner nun diverse Formationen testete. Immer wenn die Gäste aus der Steiermark etwas näher herankommen konnten, folgte prompt die passende Antwort der Gastgeber, die beim 59:32 (23.) ihre höchste Führung erreicht hatten. Mehrfach ließen sie dabei auch Spielfreude aufblitzen. Eine der schönsten Aktionen konnte Topscorer Bryce Alford für sich verbuchen: Der Neuzugang aus der NBA G-League (Oklahoma City Blue) blockte zunächst Gästetopscorer Keenan Gumbs beim Korbleger, schnappte sich den Ball und versenkte im Gegenzug zum 64:44-Zwischenstand (25.). Der Schlusspunkt in einer einseitigen Partie war dann wieder einem Nachwuchsspieler vorbehalten: Der 18-jährige Nico Wenzl traf von der Dreierlinie zum 99:75-Endstand.

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Reboundarbeit bleibt eine Baustelle

Das klare Endergebnis konnte allerdings über die wohl größte Baustelle zum derzeitigen Stand der Bayreuther Saisonvorbereitung nicht hinwegtäuschen: Das Medi-Team war im Rebound-Duell mit 31:34 einmal mehr nur zweiter Sieger und überließ den Österreichern allein sechs Offensivrebounds mehr. Zwar fehlte immer noch die Stammbesetzung auf der Centerposition mit dem verletzten Andreas Seiferth und auch US-Neuzugang Reid Travis, der sich zwar aufgewärmt hatte, dann aber nicht zum Einsatz kam, aber Korner und der Sportliche Leiter Matthias Haufer werden gut beraten sein, diesen Gesichtspunkt in die Neubesetzung der nach dem Abgang von Charles Cooke vakanten sechsten Ausländerposition einfließen zu lassen.

Auffälligste Bayreuther neben Alford (22 Punkte / 2 Dreier) waren James Woodard (11/1 mit sechs Rebounds, vier Assists und sechs Ballgewinne sowie Doreth (16/3) mit drei Assists und zwei Ballgewinnen. Power Forward Evan Bruinsma (neun Punkte, aber nur zwei Rebounds) wird sich deutlich steigern müssen, um auf Bundesliganiveau wirksam dagegenhalten zu können.

Medi Bayreuth: Wenzl (3 Punkte), Robinson (9), Woodard (11), Doreth (16), Krug (2), Meisner (13), Alford (22), Perschnick (2), Travis, Raffington (12), Bruinsma (9), Grüttner-Bacoul (0); Dreier: Doreth (3), Alford (2), Wenzl, Robinson, Woodard, Meisner, Bruinsma (je 1).

Kapfenberg Bulls: Vujosevic (15), Hahn (0), Gumbs (20), Atwood (11), Moschik (0), Jones (16), Sarlija (6), Braxton (4), Schrittwieser (3), Vötsch, Podany; Dreier: Jones (2), Atwood (1).

Zwei Spiele innerhalb von 24 Stunden wird Medi Bayreuth auch am kommenden Wochenende beim Turnier der Gladiators Trier absolvieren. Am Samstag um 19.30 Uhr trifft das Korner-Team dort auf den gastgebenden Zweitligisten und am Sonntag je nach Ergebnis auf Sieger oder Verlierer des Vergleichs zwischen dem Bundesligisten BG Göttingen und Belfius Mons-Hainaut aus Belgien.

 

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