Klärschlamm in Schirnding Es darf nicht mehr stinken

In Schirnding darf derzeit kein Klärschlamm getrocknet werden. Foto: Nicolas Armer/dpa

Landrat Peter Berek verspricht, dass die Klärschlamm-Trocknung in Schirnding erst wieder läuft, wenn alle Probleme behoben sind. Der Betreiber habe sich nicht an Auflagen gehalten.

Wunsiedel/Schirnding - Die Bürger in Schirnding können endlich wieder durchatmen. Monatelang litten sie unter einem bestialischen Gestank. Dieser – und das war schnell klar – entwich seit kurz vor Weihnachten 2020 der Klärschlamm-Trockungsanlage in der ehemaligen Porzellanfabrik. Seit Mitte Juni ist die Luft wieder rein. Doch wie lange? Und wann wird die Trocknungsanlage wieder angeworfen?

Fragen, die Landrat Peter Berek in der Kreistagssitzung am Freitag im Helfrechtzentrum Bad Alexandersbad zu beantworten suchte. Letztlich ist es nach seinen Erkenntnissen offenbar tatsächlich der Betreiber der Anlage, die Firma EAS aus Hauzenberg, die für den monatelangen Gestank in Schirnding die Verantwortung trägt. „Das Unternehmen hat seinerzeit alle Unterlagen ordnungsgemäß eingereicht und alle Anträge ausgefüllt. Daher hatte sie einen Rechtsanspruch, in der ehemaligen Porzellanfabrik in Schirnding eine Klärschlamm-Trockung zu bauen. Im Genehmigungsbescheid waren allerdings auch mehrere Auflagen vorgegeben, die nicht erfüllt worden sind.“ Berek berichtete, dass etwa der Klärschlamm nicht so angeliefert worden ist, wie vorgegeben. Auch trocknete die Firma offenbar Schlämme, die nicht vorgesehen waren.

Daher schloss das Landratsamt nach weiteren massiven Beschwerden von etlichen Bürgern in Schirnding die Anlage. „Wir haben die Pflicht, uns um die Sorgen der Menschen vor Ort zu kümmern. Viele hatten wirklich Angst, da sie nicht wussten, ob die Ausdünstungen vielleicht gesundheitsschädlich sind.“

Gegen die in der Bürgerversammlung zu der Trocknungsanlage in Schirnding erhobenen Vorwürfe, das Landratsamt handle nicht, wehrten sich Berek und die in der Behörde mit dafür zuständige Fachbereichsleiterin der Abteilung für Naturschutz, Umweltschutz und Wasserrecht, Sophie Hofmann.

„Wir waren von Ende Dezember 2020 bis Anfang Juni genau 25-mal vor Ort, auch an Wochenenden“, zählte Sophie Hofmann auf. Berek ergänzte, dass er viele Gespräche mit den Verantwortlichen des Betreiberunternehmens und auch mit dem Hersteller der Anlage, die Firma Burkhardt aus Mühlhausen bei Neumarkt, geführt habe. Letztlich versprach er, dass die Anlage erst wieder in Betrieb gehen dürfe, wenn alle Auflagen erfüllt würden. Auch die geplante Klärschlammtrocknung in Wunsiedel dürfe keinesfalls stinken, sagte er.                                           Matthias Bäumler

 

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