Kinderuni Stechmücken - Die gefährlichen Plagegeister

Prof. Ulrike Beisel (mitte) erklärt den Kinderreportern Sarah und Phillip warum Stechmücken so gefährlich sein können. Foto: Ralf Münch

BAYREUTH. Am Mittwoch geht die Bayreuther Kinderuni in ihre dritte Runde. Diesmal dreht sich alles um kleine, gefährliche Biester – die Stechmücken. Professorin Ulrike Beisel erklärt was die Mücken so gefährlich macht und warum sie die gefährlichsten Tiere der Welt sind. Die brennenden Fragen haben die Kinderreporter Sarah und Phillip Prof. Beisel schon einmal im Vorfeld gefragt.

Phillip: Was wollten Sie eigentlich früher werden? Sie haben sich ja bestimmt nicht von Anfang an für Stechmücken interessiert.

Ulrike Beisel: Das stimmt. In der Schule habe ich ein Praktikum beim Tierarzt gemacht. Ich bin aber fast in Ohnmacht gefallen, als da ein Hund operiert worden ist. Das ist schon ein harter Job. Tierärztin wollte ich dann nicht mehr werden und ich habe dann Psychologie studiert. Über Umwege bin ich dann bei den Stechmücken gelandet.

Sarah: Was gibt es noch so für andere gefährliche Tiere?

Beisel: Sehr viele! Das Spiel in dem Vortragstitel ist ja, dass Stechmücken gar nicht gefährlich aussehen. Bei gefährlichen Tieren fallen einem zuerst größere und beißende Tiere ein, wie Löwen oder Elefanten. Aber das Interessante an den Stechmücken ist ja, dass sie durch das Übertragen von Krankheiten sehr viel mehr Menschen töten in der Gesamtzahl. Wenn man also von den Krankheits- und Todeszahlen ausgeht, dann sind die Stechmücken sehr gefährliche Tiere.

Phillip: Warum hat Sie das Thema Stechmücken so interessiert, dass Sie das auch für die Kinderuni ausgewählt haben?

Beisel: Das ist vor einigen Jahren das Thema meiner Doktorarbeit gewesen. Damit habe ich mich also  intensiv  beschäftigt  und tue das weiter. Ich bin dazu gekommen, weil ich für meine Masterarbeit eine Forschung in Madagaskar gemacht habe. Da ging es um  etwas ganz Anderes. Da bin ich mit anderen Forschenden herumgereist und wir mussten uns selbst mit Malaria beschäftigen. Das ist uns auch begegnet, zum Beispiel in der Form von Stechmücken, Netzen oder Geschichten. Da bin ich immer neugieriger geworden und habe angefangen zu recherchieren. Ich fand es immer interessanter und interessanter und so bin ich dann da dazu kommen.

Phillip: Was macht Stechmücken so gefährlich?

Beisel: Sie übertragen zum Beispiel Malaria. Das ist eine parasitäre Krankheit, bei der Moskitos die Überträger sind. Der Parasit sitzt im Speichel der Mücke und wenn die dann jemanden sticht, kommt so der Parasit ins Blut.

Sarah: Ernähren sich Stechmücken nur von Blut oder fressen sie auch etwas Anderes?

Beisel: Blut brauchen sie als Nahrung für die Eier. Deswegen saugt auch die weibliche Mücke Blut. Sonst ernähren sie sich von Pflanzen. Vor allem werden sie sehr viel gefressen. Das ist nämlich ihre Funktion im Öko-System, dass sie gute Nahrung zum Beispiel für Spinnen sind.

Sarah: Wie finden die Mücken ihre Opfer? Können sie die riechen oder hören?

Beisel: Das Erste. Durch Riechen. Da gab es eine spannende Studie von einem Forscher aus Tansania. Der hat eine Falle gebaut, die Stechmücken fängt. Die funktioniert mit dem Geruch von Käsefüßen. Er hat gebrauchte Socken in die Falle getan und das hat die Stechmücken angelockt.

Phillip: Ist Malaria 
ansteckend?

Beisel: Ja und Nein. Sie wird nicht durch Husten oder Anfassen übertragen. Sie entsteht ja durch einen Parasiten, der im Blut schwimmt. Und wenn der in den Körper einreist, kann er auch wieder ausreisen. Wenn jemand, der Malaria hat, gestochen wird und die Mücke dann wieder jemanden sticht, kann man sich so mit Malaria anstecken.

Sarah: Wie kann man sich vor Malaria schützen?

Beisel: Das wird ein großer Teil von meinem Vortrag sein. Da gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel Salben, Sprays und Netze. Netze sind auch in Afrika, wo ich viel arbeite, viel verbreitet. Die werden auch von Hilfsorganisationen viel verteilt. Bei der lokalen Bevölkerung dort sind Sprays gar nicht so angesagt. Die sind nämlich sehr teuer. Aber mehr erzähle ich euch dann im Vortrag.


Info: Die dritte Vorlesung der Bayreuther Kinderuni beginnt am Mittwoch, 17. Juli, um 17.15 Uhr im Audimax.

 

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