Kinderuni „Eine 50-Watt-Glühbirne ist kein 50-Watt-Laser“

Juniorprofessor Georg Herink (rechts) zeigt den Kindern eine grüne Leuchtstoffröhre. Sie leuchtet mittels Strom, das Licht strahlt in alle Richtungen gleichzeitig – beim Laser nur in eine Richtung. Foto: Ralf Münch

BAYREUTH. Am Eingang des Audimax reiht sich bereits eine Schlange. Wissbegierige Mädchen und Jungs warten auf Einlass zur zweiten Kinder-Uni-Vorlesung. Im Vorlesungssaal wird man von einem Meer ausgelassener Kinderstimmen empfangen.

Der Blick fällt auf die riesigen Leinwände, die heruntergelassen wurden. Das Thema heute ist „Echte Laserschwerter – jetzt wird’s gefährlich“. Die brennendste Frage der jungen Zuhörer dürfte insgeheim wohl sein: Wo gibt es ein echtes Laserschwert zu kaufen? Und wie kann ich mir selbst eines bauen? Zum Vortrag von Juniorprofessor Georg Herink sind Kinder von der zweiten bis zur sechsten Klasse eingeladen. 650 Schüler sind es, schätzt Ursula Küffner von der Uni Bayreuth.

Laser und Licht

„Was ist ein Laser?“, fragt Herink als Erstes. Ein Laser, erklärt er, ist Licht, für das man eine Lichtquelle braucht. Für Laser brauche man aber keine warme Lichtquelle wie eine Glühlampe. Ein Laserstrahl ist kaltes Licht, es wird erst heiß, wenn es verstärkt wird, erklärt der Professor.

Eine Lampe kann man durch elektrischen Strom zum Leuchten bringen. Er zeigt dazu eine grüne Neonlampe, von der ein Lichtkegel ausgeht. Ein Laser funktioniert anders: Man braucht Atome, die in der gleichen Farbe leuchten. Ein Atom ist der kleinste Baustein, aus dem alle festen, flüssigen oder gasförmigen Stoffe bestehen. Solche Atome werden zwischen zwei Spiegel gestellt und zum Leuchten angeregt.

Laser ohne Spiegel geht nicht

Die Lichtwelle wird dem Professor zufolge zwischen beiden Spiegeln immer wieder reflektiert, das heißt zurückgeschickt, geht also hin und her. Dadurch geht sie immer wieder durch das Atom-Material in der Mitte, das dadurch immer mehr dazu angeregt wird, Licht auszusenden. Die Lichtwelle verstärkt sich immer mehr. Das Atom-Material ist dabei zum Beispiel ein Gas in einer Glasröhre.

Doktorand Moritz Heindl fasst das so zusammen: Gas wird angeregt und die Atome strahlen gleichzeitig in der gleichen Farbe und Richtung Licht ab. Ein dicker Spiegel lässt wenig Licht durch, ein dünner aber viel.

Um das zu zeigen, haben die Wissenschaftler einen richtigen Laser mitgebracht, den sie den Kindern in einer Nebelkammer demonstrieren. Das „Achtung Laser!“-Warnzeichen besagt, dass eine Laserschutzbrille getragen werden muss, die Licht in einer bestimmten Farbe nicht durchlässt. Nun sollen die Kinder Fragen beantworten. Ist Licht ein heller Strahl? – „Jaaa“, antworten die Kinder. Hören die Strahlen nach einem Meter auf? – Nein! Sie gehen unendlich weit, werden aber immer breiter. Sieht man Laser im Weltraum? – Nein! Man sieht ihn nur, wenn er auf etwas trifft. Und im Weltall gibt es nichts, worauf er treffen könnte. Anhand eines Wasserbeckens wird gezeigt: Ein Laser ist in Wasser nur sichtbar, wenn er zum Beispiel durch Fett-Tröpfchen von hineingeschütteter Milch geht.

Filmmythen auf dem Prüfstand

Macht ein Laser ein Geräusch wie im Film? – Nein! Er ist mucksmäuschenstill, nur wenn er etwas verbrennt, macht er ein Geräusch. Prallen zwei Laser voneinander ab? – Nein! Sie gehen durcheinander durch, wie ein Versuch mit einem grünen und roten Laser zeigt. Ist ein Laser gefährlich? – Auf jeden Fall!

Ein starker Laser kann sogar Metall schneiden, dazu werden Experimente gemacht: Ein Minilaser wird an einem Legomännchen getestet, ohne großes Ergebnis. Eine Laserröhre wird aufgemacht und von innen gezeigt, aber nicht eingeschaltet. „Das wäre zu gefährlich, weil uns die Augen kaputtgingen“, sagt der Professor. „Eine 50-Watt-Glühbirne ist nicht dasselbe wie ein 50-Watt-Laser.“

Dann erscheint ein Bild des größten Lasers der Welt, aus Amerika, auf der Leinwand, der in Experimenten so heiß sein soll wie eine künstliche Sonne. In der Industrie, in der Medizin, in der Luft- und Raumfahrt – überall finden Laser Verwendung. Selbst einer Fliege kann eine mit einem Laser geschnittene Brille aufgesetzt werden.

Übrigens: Der Laser wurde im Jahr 1960 erfunden und wird nächstes Jahr 60 Jahre alt. Er wurde mit einem würfelförmigen Rubin gebaut.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading