Kindergartenleiterin „Ein Wohlfühlort für Kinder“

Frank Heidler
Cathleen Bauern bei der Büroarbeit. Foto: Frank Heidler

Seit dem Jahreswechsel ist Cathleen Bauer die Chefin des Wiesweiherkindergartens und der Kinderkrippe an der Heinrich-Bauer-Straße.

Der erste Eindruck: die zupackende, innige Herzlichkeit der neuen Leiterin im evangelischen Kindergarten Zum guten Hirten, Cathleen Bauer. „Mir legt das Wohl der Kinder sehr am Herzen“, sagt die 42-jährige, die früher den Kindergarten in Bronn geleitet hat und seit 2023 in Pegnitz die Neue ist.

Im Wiesweiherkindergarten ist sie für 18 Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen und maximal 110 Kinder verantwortlich. Dazu ist sie auch die Chefin der Schäfchengruppe der Kinderkrippe an der Heinrich-Bauer-Straße. Dazu ist sie auch noch für eine Mittagsgruppe für Erstklässler zuständig.

Kollegiales Miteinander

Jeden Morgen macht Bauer ihre Runde im Kindergarten. Sie geht durch alle vier Wiesweiher-Gruppen, fragt die Kolleginnen: „Kann ich euch irgendetwas Gutes tun?“ Vom andernorts gravierenden Personalmangel im Erzieher(innen)bereich ist hier beim Reporterbesuch am späteren Nachmittag nichts zu spüren.

Als „echten Glücksfall“ bezeichnet die für alle evangelischen Kindergärten in Pegnitz zuständige Pfarrerin Gerlinde Lauterbach die Besetzung der Pegnitzer Leitungsposition durch Cathleen Bauer. Offen erklärt die Pfarrerin auf die Frage nach der stets angespannten Personalsituation: „Wir müssen immer wieder versuchen, Löcher zu stopfen.“ Mit dem ab dem Jahr 2025 geltenden Recht auf einen Hortplatz dürfte die Lage noch zusätzlich verschärft werden.

Die Pfarrerin nennt in diesem Zusammenhang aktuelle Zahlen, wonach in den Dekanaten Pegnitz und Bayreuth rund 20 Stellen für Erzieherinnen oder Erzieher unbesetzt seien. „Der Markt ist leer gefegt.“ Die Pfarrerin erzählt von der Schließung einer Kindergartengruppe im Raum Kulmbach wegen Personalmangels.

Personalmangel noch kein Problem

Ein anderer Eindruck am Pegnitzer Wiesweiher. Von Krisenstimmung keine Spur. Selbst die Nachfolgeregelung an Bauers vorheriger Stelle in Bronn wurde mit Hilfe einer Nachrückerin aus dem bereits bestehenden Team geklärt. Miriam Stiefler hat jetzt dort das Sagen. „Sie war dort schon vor mir Leiterin.“ Allerdings wird in Bronn nun eine neue Erzieherin für den Gruppendienst gesucht.

Für Cathleen Bauer ist es ganz selbstverständlich, bei Bedarf und im Krankheitsfall kurzfristig in einzelnen Kindergarten-Gruppen auszuhelfen. Über ein kleines Sichtfenster sieht sie vom Büro aus immer ganz genau, wer draußen klingelt. Ihre „Hausaufgaben“ für die neue Leitungsstelle hat sie jedenfalls gemacht. „Ich habe 25 Jahre Berufserfahrung und schon viele Kindergärten und Leitungsstile kennenlernt“, sagt sie über ihren bisherigen beruflichen Werdegang.

Schutz der Kinder hat hohen Stellenwert

In der Zeit habe es auch einige Veränderungen gegeben. So sei das „Kinderschutzkonzept“ heutzutage ganz selbstverständlich. Das beginne schon „bei der Sexualität“. Die den Erziehern anvertrauten Kinder dürften innerhalb eines vorgegebenen Rahmens selbst entscheiden, von wem sie sich „anziehen“ oder wickeln lassen wollten. Und beim Basteln eines Muttertagsgeschenkes dürften die Kleinen mit Hilfe von Muggelsteinen die von ihnen bevorzugte Geschenk-Variante auswählen.

Der übliche Tagesablauf ist mit Morgenkreis und Freispielzeit jeweils vorstrukturiert. „Jeden Tag geht es hinaus in den Garten.“ Sommer wie Winter. Das An- und Ausziehen der bis zu 25 Kinder klappt meist nur mit mit tatkräftiger Unterstützung von Erzieherin oder Kinderpflegerin. Zur Hand gehen in einzelnen Gruppen auch der aktuelle, männliche Berufspraktikant oder eine ebenfalls vorübergehend hier tätige Studentin.

Dankbar erinnert sich Cathleen Bauer an die Vorarbeit ihrer kommissarischen Vorgängerin Doris Bernet-Bauer sowie den herzlichen Empfang mit Blumen und Präsentkorb durch den Elternbeirat. Im Brustton der Überzeugung sagt sie: „Ich gehe jeden Tag gerne auf die Arbeit.“ Sie will einen „Wohlfühlort für Kinder schaffen“.

Dabei will die neue Pegnitzer Kindergartenchefin immer getreu nach ihrem selbst gewählten Motto handeln: „Kinder sind unser Auftrag.“ Damit Bauer diesen Auftrag besonders gut erfüllen kann, absolviert sie selbst noch bis Ende dieses Jahres eine zeitintensive Weiterbildung für Führungskräfte und Management.

 

Bilder