Kindergarten Betzenstein Personalsituation hat sich entspannt

Astrid Löffler
Im Michaelis-Kindergarten in Betzenstein hatte sich die Personallage zu Beginn des Kindergartenjahres 2021/22 zugespitzt. Dank einiger Neueinstellungen hat sich Lage mittlerweile wieder entspannt. Foto:  

Der Aufschrei hat Wirkung gezeigt: Nachdem sich im Oktober vergangenen Jahres der Elternbeirat des Michaelis-Kindergartens auch an die Presse gewandt hatte, ist die zwischenzeitlich extrem dünne Personaldecke in der Einrichtung nun wieder etwas dicker.

Betzenstein - „Es wurden schon Einstellungen vorgenommen, aber es ist noch nicht wieder das ganze nötige Personal gefunden“, berichtet der evangelische Pfarrer Betzensteins, Ulrich Böhm. „Wir sind das Thema mit großem Nachdruck angegangen und werden das auch weiterhin tun“, verspricht er.

Für eine kleine Stadt im ländlichen Bereich, wie das doch recht entlegene Betzenstein, sei es aber auch nicht leicht, das nötige Personal für eine immerhin knapp 100 Kinder starke Einrichtung zu finden. „Es sind 45 Kilometer nach Nürnberg und 45 Kilometer nach Bayreuth, und wir sind mittendrin“, sagt Böhm. Eine derart lange Anfahrt nehme kaum jemand auf sich.

Fachkräfte haben die Wahl

Zumal Fachkräfte derzeit in der komfortablen Lage seien, sich unter mehreren Angeboten ihre Wunschstelle aussuchen zu können. „Einen Fachkräftemangel gibt es zurzeit halt nicht nur in der Pflege und bei Bedienungen in der Gastronomie und in Metzgereien, sondern auch bei Erziehern und Kinderpflegern“, konstatiert der Pfarrer und schiebt nach: „Corona macht die Lage auch nicht leichter, weil die Kinder jetzt strikt getrennt sein müssen und man nicht mehr so flexibel ist.“ Dennoch sei man bemüht, kreative Wege zu gehen und die eine oder andere unkonventionelle Lösung zu finden.

Engagierte Bereichsleiterin

Auch Elternbeiratsvorsitzende Jasmin Arnold ist zufrieden damit, was sich in den vergangenen Wochen im Michaelis-Kindergarten getan hat: „Wir haben glücklicherweise in der neuen Bereichsleiterin eine sehr engagierte Kraft gefunden, die sich auch für die Belange der Eltern sehr einsetzt und nicht nur die Position des Trägers sieht.“ Angesichts der Personalverknappung sei das „im Moment wirklich wie ein Sechser im Lotto“ gewesen, freut sich die Mutter, die selbst drei Kinder in der Einrichtung hat.

Seit Arnold ihr erstes Kind in den Michaelis-Kindergarten gegeben hat, habe sie in Sachen Personaldecke immer ein Auf und Ab erlebt: „Es sind Leute gegangen, es wurde wieder jemand gefunden und so weiter.“ Ausgeufert sei die Lage dann mit Beginn des Kindergartenjahres 2021/22, als es auch krankheitsbedingt mehrere Ausfälle gleichzeitig gab. „Einfach weil es so viel war und sich so gesammelt hat“, resümiert die Elternbeiratsvorsitzende.

Platz für alle

Nun hoffen sie und die anderen Eltern, dass sich die Corona-Lage nicht mehr weiter zuspitzt und dass die gefundenen Kräfte auch bleiben. „Es ist immer noch nicht so, dass das Personal wirklich durchschnaufen kann. Aber sie laufen nicht mehr auf 150 Prozent. Wenn jetzt noch ein bis zwei weitere Kräfte gefunden werden könnten, wäre das das Non-plus-ultra“, sagt Arnold. Froh sei sie ferner, dass alle Neuanmeldungen einen Platz bekommen haben. Das habe viele Eltern in vergangenen Monaten arg beschäftigt.

Pfarrer Böhm liegt abschließend noch eine Sache am Herzen: „Es ist wichtig, dass alle – die Bereichsleitung, die Kindergartenleitung, das Personal, die Eltern, der Träger und auch das Landratsamt – an einem Strang ziehen und im Gespräch sind.“ Dies sei nach dem in der Presse publik gewordenen Aufschrei bei einem runden Tisch gut gelungen. „Ich glaube, da konnte vieles ausgeräumt werden“, berichtet Böhm, der sich gewünscht hätte, dass man mit dem Problem früher zu ihm gekommen wäre und nicht gleich die Zeitung eingeschaltet hätte. Der Pfarrer unterstreicht aber auch: „Ich habe im Fortgang von Elternseite viel Entgegenkommen erlebt, etwa die Bereitschaft, die Kinder in der ersten Januarwoche noch einmal zuhause zu lassen, wo das möglich war.“

 

Bilder